Wie ist eine Klaviertastatur aufgebaut?

Klaviertheorie, 08.10.2019

Zu den wichtigsten Dingen beim Klavierspielen gehört das Zurechtfinden auf der Tastatur des Klaviers, auch Klaviatur genannt. Wir erklären Dir, wie die Klaviertastatur aufgebaut ist, wie die Noten auf der Tastatur lauten und was es mit den weißen und schwarzen Tasten auf sich hat. Außerdem erfährst Du, wie Du Dich schneller mit der Klaviatur vertraut machen kannst.

Aufbau einer Klaviatur

Ein gewöhnliches Klavier, Digitalpiano oder E-Piano besitzt eine Klaviertastatur mit exakt 88 Tasten. Die Klaviaturen mancher Keyboards und Instrumente für Einsteiger kommen auch mit weniger Tasten aus. Dort besteht die Tastatur häufiger aus nur 44 oder 61 Tasten.

Die Klaviatur lässt sich, unabhängig von der Anzahl der Tasten deines Tasteninstruments, immer in 12er-Gruppen unterteilen. Diese 12 Tasten bilden jeweils eine Oktave ab. Eine Oktave ist der Abstand zwischen zwei Tönen, die denselben Namen haben, aber unterschiedlicher hoch klingen. 

Die Anzahl der Tasten eines Klaviers bestimmt also nur, wie oft sich die 12er-Gruppe auf der Klaviertastatur wiederholt. Hat man also ein Klavier mit weniger als 88 Tasten, heißt das nicht, dass man weniger Noten spielen kann. Es heißt nur, dass  die gleichlautenden weniger oft vorkommen.

Was hat es mit den schwarzen und weißen Tasten auf sich?

Schauen wir uns hierfür mal eine der 12er-Gruppen auf dem Klavier genauer an. Sie besteht aus 7 weißen und 5 schwarzen Tasten.

Oktave auf der Klaviertastatur

Bei den weißen Tasten handelt es sich um die Noten, die auf dem Notenblatt „zwischen“ den Linien stehen. Die 12er-Gruppe auf dem Klavier beginnt klassischerweise beim C, die weiteren Noten heißen D, E, F, G, A und H.  

Die schwarzen Tasten sind mit jeweils zwei Namen beschriftet. Bei diesen Noten handelt es sich um sogenannte „enharmonische Äquivalente“. Das bedeutet, dass es sich praktisch nur um eine Note handelt und daher auch gleich klingt. 
Welchen der beiden Namen sie nun annimmt, hängt vom Kontext ab, in dem man sie spielt, nämlich der Tonart. Dazu sei nur so viel gesagt: innerhalb einer Tonart können entweder nur #- oder nur b-Vorzeichen auftauchen – niemals aber beide Vorzeichen zusammen. Daher kann der Ton zwischen C und D entweder cis oder des heißen.

Das erklärt folgend auch, warum es an zwei Stellen innerhalb der Oktave auf dem Klavier zwischen den weißen keine schwarze Taste gibt. Denn: zwischen H und C sowie zwischen E und F liegt jeweils nur ein Halbtonschritt. Demzufolge liegt das C immer auf der weißen Taste links neben dem Paar schwarzer Tasten. 

Das C auf der Klaviertastatur

Wie du sicher bereits gemerkt hast, spielt das „C“ eine wichtige Rolle bei der Orientierung auf der Klaviertastatur.

Das C bestimmt den Anfang und das Ende einer Oktave, also der eingangs beschriebenen Gruppe aus 12 Tasten.

Außerdem sind viele Stücke, die oft von Anfängern gespielt werden, in der C-Dur-Tonleiter geschrieben. Der Grund dafür ist, dass die C-Dur-Tonleiter die Tonleiter ist, die mit den wenigsten Vorzeichen von allen auskommt: nämlich genau null. Daher ist sie leicht zu verstehen und Konzepte der Harmonielehre können mit ihr gut erklärt werden. 

Tipps zur Einprägung der Klaviatur

Damit du die Klaviatur leichter lernen kannst, haben wir dieses PDF für dich bereitgestellt. Diese beinhaltet Schaubilder über die ganze Tastatur des Klaviers sowie über den Bereich einer einzelnen Oktave.

Tipp: drucke dir die Diagramme aus und lege sie in die Nähe deines Musikinstruments. So hast du die Übersicht immer im Blick, kannst bei Gelegenheit „spicken“ und lernst so beim Üben nachhaltig die Namen auf der Klaviertastatur. 

Yacine Khorchi

Yacine Khorchi

Yacine absolvierte nach dem Abitur ein Intensivstudium an einer privaten Musikschule und ein Klavierstudium an der Hochschule für Musik in Würzburg. Seit über 10 Jahren unterrichtet er Klavier und leitet seit 2013 den Musik Komponistenkurs an der Pop Akademie Frankfurt.

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