Gitarre lernen: Vom Anfänger zum raffinierten Saitenzupfer in nur 10 Schritten

Gitarren Tutorials, 01.07.2018

Du bist Anfänger und brennst darauf Gitarre spielen zu lernen?
In unserem Crashkurs zeigen wir dir in nur 10 Schritten wie du die Saiten zupfen musst, dass dir die Fans zu Füßen liegen.

Du lernst hier…

  • DIE richtige Gitarre für dich zu finden
  • … deine Gitarre richtig zu halten
  • Noten und Tabulaturen zu lesen
  • Akkorde zu greifen
  • … deine Gitarre zu pflegen
  • Tipps & Tricks effektiver zu üben und besser zu spielen

Langeweile kennen wir nicht.

Eine Vielzahl von Übungen, Videos, Grafiken und nützliche Übersichten zum Runterladen ebnet dir den gar nicht so steinigen Weg zum Olymp der Gitarristen.

Du bist mehr der visuelle Lerntyp? Dann schau auf unseren Gitarrenkursen und Videos zum Gitarre lernen vorbei!

An die Saiten!

Was du hier lernen kannst:

Deine ersten Schritte, wenn du Gitarre lernen willst

Gitarre mit Auflistung erster Schritte um Gitarre zu lernen
  1. Kauf dir eine (wirklich tolle) Gitarre.
    Das Offensichtliche muss nicht. Um Gitarre spielen zu können, brauchst du eine Gitarre. Du musst dich zwischen Akustikgitarre und E-Gitarre entscheiden. Planst du längerfristig der Gitarre treu zu bleiben, wirst du es nicht bereuen, etwas mehr zu investieren.
  2. Rüste dich mit dem passenden Zubehör aus.
    Gitarrensaiten aus Nylon oder Stahl, Plektren, Gitarrenverstärker, Gitarrenständer oder Wandhalter, Lernhilfen zum Aufkleben oder bereits integrierte… Manches vom Zubehör brauchst auf alle Fälle, manches ist nur optional und schön zu haben.
  3. Kenne deine Gitarre.
    Ist das Loch da Deko oder nützt das was? Nur wenn du die Bestandteile kennst und verstehst, kannst du sie dir zu Nutzen machen um Gitarre zu lernen und zu spielen.
  4. Finger- und Körperhaltung ist von Bedeutung.
    Eine Hand ist zum Schlagen (Schlaghand) und eine Hand zum Greifen (Greifhand) da. Das ist noch nicht alles. Du musst deinen ganzen Körper, Finger und Gitarre in Position bringen um gut und lange spielen zu können.
    1. Beherrsche Noten und Tabulaturen.
      Sei schlau und mach dir beide Wege Noten zu spielen, zu Nutze. Tabs bilden Noten bildlich ab. Wenn du Noten lesen kannst, öffnet sich dir ein noch breiteres Feld an Liedern, die du spielen kannst.
    2. Greife Akkorde.
      Mit nur wenigen Akkorden aka Gitarrengriffen kannst du schon eine Menge Lieder spielen. Wir haben dir für den Anfang die wichtigsten Akkorde zusammengestellt.
    3. Üben ist der Schlüssel zum Erfolg (Matador werden).
      Es wird dir mehr nützen, jeden Tag 15 Minuten zu üben, als jeden Sonntag 3 Stunden. Gitarre spielen tut weh? Stimmt, aber je regelmäßiger du Gitarre lernst und spielst, desto weniger wird’s.
    4. Schau’s dir von Profis ab.
      Zeit, dir die Tricks der Meister abzugucken. Hast du unter Familie oder Freunden begabte Gitarristen? Beobachte sie beim Gitarre spielen. Geh auf Konzerte. Klick dich durch YouTube Videos. “Stalke” George Benson, Jimmy Hendrix und Eric Clapton. WIE spielen sie Gitarre? Was kannst du für dich übernehmen?

Gitarre und Zubehör hast du schon? Wunderbar. Dann spring gleich zu Schritt 3 – Gitarre richtig halten.

Schritt 1a: Akustikgitarre oder E-Gitarre – welche eignet sich für dich als Anfänger?

Akustikgitarre, E-Gitarre, Konzertgitarre, Westerngitarre… Die Vielfalt kann so manchen Anfänger dezent überfordern. Gitarre lernen ja – aber welche?
Braucht es aber nicht.
Die Merkmale, Vor- wie Nachteile dieser bekanntesten Gitarrenarten findest du im folgenden Absatz:

Akustikgitarre und E-Gitarre nebeneinander

Ob Akustik oder E-Gitarre – es kommt darauf an, welche Genres du spielen und welchen Sound du erzeugen möchtest.

Schritt 1b: Gitarre kaufen – was musst du beachten?

Beim Gitarre kaufen musst du verschiedene Aspekte berücksichtigen – Kosten, Größe, etc. Neben Fakten zu diesen haben wir dir noch eine Liste an Tipps zusammengestellt, die dir beim Gitarrenkauf eine Hilfe sein könnten.
Zwei Gitarren für Anfänger haben wir dir rausgesucht – eine Akustikgitarre und eine E-Gitarre:

Konzertgitarre: Yamaha C40

Akustikgitarre Yamaha C40
  • Größe: 4/4
  • Material: Fichte / Meranti / Palisander
  • Farbe: natur (glänzend)
  • 18 Bünde
  • Mensur: 650 mm
  • Sattelbreite: 52 mm

Mit der Yamaha hast du einen hochwertigen Klassiker als Anfängergitarre. Fichte und Palisander sorgen für einen wunderbaren Klang. Deine Freude wirst du auch an den aus Chrom bestehenden Mechaniken.

E-Gitarre: Ibanez GRG140-BKN

E-Gitarre Ibanez GRG140 in schwarz
  • Größe: 4/4
  • Material: Mahagoni / Ahorn/ Palisander
  • Farbe: schwarz / weiß
  • 24 Bünde
  • Mensur: 648 mm
  • Tonabnehmer : 2 STDS Single Coils, 1 STDH2 Humbucker

Auch die E-Gitarre ist ein hochwertiges Schmuckstück. Das Mahagoni der Ibanez sorgt für ihren typischen dunklen Klang. Dank schmalen Hals kannst du bereits als Anfänger schnell spielen. Unterschiedliche Tonabnehmer lassen dich dein Spiel variieren.

Kostenaufwand für eine Gitarre

Die Kosten für eine Akustikgitarre liegen bei 100€ bis 200 €. Für eine E-Gitarre musst du mehr Scheine auspacken – sie kostet für Anfänger 200 € bis 300 €.

Hole dir für den Anfang ein Einsteigermodell der Marken Fender, Yamaha, Ibanez, Ortega und Gibson.
Nicht unbedingt gilt je teurer, je besser. Dennoch zaubern hochwertige (und teure) Materialien sowie eine hochwertige Verarbeitung einen ganz anderen Gitarrenklang.

Ist die Gitarre DEIN Instrument fürs Leben, investiere ruhig etwas mehr.

Oder kauf dir eine gebrauchte Gitarre einer bewährten Marke. So bekommst du Qualität für einen geringeren Preis.

Wie groß muss die Gitarre sein?

Gitarrengröße sind NICHT vom Alter abhängig – vielmehr ist die Körpergröße entscheidend.

In folgender Abbildung siehst du, welche Körpergröße welche Gitarrengröße braucht. Entscheidend ist dabei die Mensur – der Abstand von Steg zu Sattel (im Bild markiert).

Mensuren von Gitarren und entsprechende Gitarrengröße

6 Tipps, die dir beim Gitarre kaufen weiterhelfen

Größe und Kosten sind die eine Sache. Unsere 6 Tipps helfen dir die weiteren Faktoren zu berücksichtigen um die richtige Gitarre zu finden:

  1. Fass die Gitarre an.
    Richtig gehört. Halte die Gitarre in deinen Armen – im Sitzen und im Stehen. Fühlt sich was wackelig oder nicht richtig an? Lieber die Finger davon lassen. Mit einer schlecht verarbeiteten Gitarre wirst du keine Freude und wahrscheinlich noch einen schlechten Klang haben.
  2. Sperr deine Lauscher auf.
    Schnarren, Kratzen, Summen – das willst du NICHT. Schlage und greife Saiten an. Klingt alles gut? Dann darf die Gitarre mit.
  3. Achte auf das Material.
    Je nach Material klingt eine Gitarre mal dunkel, mal hell, warm oder dumpf. Achte darauf, ob die Gitarre massiv oder aus Laminat ist.
    1. Such den perfekten Abstand
      Die Saitenhöhe ist der Abstand zwischen Griffbrett und Saiten. Suche eine Gitarre mit geringem Abstand. Denn je größer der Abstand, desto anstrengender ist es, die Saiten zu greifen.
    2. Unterscheide Marken
      Je Marke bekommst du eine Gitarre. Macht Sinn. Sie unterscheiden sich aber nicht nur durch Aussehen und Preis. Nein jede Marke hat ihren eigenen Sound (dunkel oder klar).
    3. With A Little Help From My Friends
      Routinierte Gitarristen im Freundes- oder Familienkreis oder der vertrauenswürdige Gitarrenverkäufer – ziehe sie in deine Überlegungen mit ein. Welche Marken finden sie gut? Welche Eigenschaften sind ihnen an einer Gitarre besonders wichtig?

Schritt 2: Hol dir das nötige Zubehör für deine Gitarre

Um deine Gitarre ordentlich spielen und pflegen zu können und somit wieder ordentlich spielen zu können, brauchst du Zubehör.

Gitarrensaiten – welche Gitarre braucht welche Saiten?

Gitarrensaiten auf dem Griffbrett einer Gitarre

Ohne Saiten kannst du keine Gitarre spielen, ist klar. Die Spannung der Saiten unterscheiden sich – Stahlsaiten haben eine höhere Spannung als Nylonsaiten. Je nach Gitarre brauchst du andere Saiten. Anbei eine Übersicht:

Konzertgitarren: Nylonsaiten
Westerngitarren: Stahlsaiten
E-Gitarren und Bässe: Saiten mit Metallelementen, Stahlsaiten, Nylonsaiten mit Metallkern

Tipp: Nie, nie, nie auf eine Gitarre mit Nylonsaiten Stahlsaiten aufziehen! Du machst nicht nur deine Gitarre kaputt, sondern kannst dich dabei auch noch ernsthaft verletzen.

Die Saitenstärke sagt dir, wie dick die Gitarrensaiten sind. Für E-Gitarren wird sie in Zahlen – .011 / .030 etc. – angegeben.
Für Akustikgitarren werden lediglich ungefähre Werten angegeben: light, regular, medium,…

Dickere Gitarrensaiten mit größerer Stärke haben mehr Volumen.
Sie klingen kraftvoller, wärmer und weniger hell. Es braucht aber auch mehr Kraft die Saiten zu zupfen und zu greifen.

Dünnere Gitarrensaiten mit einer kleineren Saitenstärke klingen nicht so satt. Anfänger können die dünnen Saiten jedoch leichter spielen. Beginne mit der Größe light an und wechsle dann die Größe, wenn du besser geworden bist.

Stimmgerät für Akustik oder E-Gitarre kaufen

Wenn deine Gitarre nicht mehr stimmig (harhar.) klingt, musst du sie stimmen. Mit Stimmgerät geht das super einfach und super schnell. Vor allen Dingen stimmst du so deine Gitarre korrekt.

Im Folgenden findest du jeweils für Akustikgitarre und E-Gitarre ein Stimmgerät:

Perfektes Plektrum um Saiten anzuschlagen

Mit dem Plektrum, auch Pick genannt, kannst du die Saiten anschlagen. Es ist ein kleines Stück Plastik (meistens) in Form eines abgerundeten Dreiecks.
Das Plektrum hältst du zwischen Zeigefinger und Daumen deiner Schlaghand senkrecht zu dieser.

Ibanez BPA16MS-BK Pick Set

Schwarzes Plektrum von Ibanez mit Sand Grip in der Vorderansicht

Mit dem Sand Grip Pick hast du beim Gitarre spielen zusätzlichen Grip – es mit einer Beschichtung aus Sand versehen. Unheimlich nützlich, wenn die Finger schwitzig werden.

Verstärker für die E-Gitarre

Lernst du E-Gitarre, brauchst du ganz klar einen Gitarrenverstärker. Das elektronische Gerät empfängt über Tonabnehmer den Ton, transportiert ihn nach außen und macht ihn erst laut.
An der Wattzahl erkennst du, welche Leistungen dein zukünftiger Verstärker erbringen kann. Es gilt: Je höher die Wattzahl, desto lauter die Musik.

  • 15 Watt: privater Gebrauch ohne Zusatzinstrumente (nicht bandtauglich)
  • 30 Watt: Rock
  • 50 – 100 Watt: Metal, Harter Rock

Wir haben dir zwei Verstärker von Top Marken unterschiedlicher Leistungsklassen herausgesucht:

Gitarrenständer und Gitarrenwandhalter um Kratzer zu vermeiden

Gitarren lässt man nicht rumliegen – damit sie nicht verkratzt ist ein Gitarrenständer oder Wandhalter durchaus sinnvoll.
Ob klassischer Gitarrenständer oder dekorativer und platzsparender Gitarrenwandhalter bleibt dir überlassen.

Optional: Notenaufkleber als Lernhilfen für Gitarrenanfänger

Diese bunten Notenaufkleber brauchst du nicht unbedingt. Sie können dir aber andererseits eine enorme Hilfe bieten, wenn du dir anfangs mit den Noten noch schwer tust.

Die Aufkleber befestigst du unter den Saiten. Die Farben stehen jeweils für eine Note – du siehst in welchem Abstand sich die Noten wiederholen.

Je ein Aufkleber steht für die Noten eines Bundes.

Schritt 3: Eine Frage der (Finger-)Haltung – Halte deine Gitarre richtig

Gitarrist hält Gitarre in der Hand

Gitarre spielen macht nur Spaß und kannst du auch nur lange durchhalten, wenn du die Gitarre richtig hältst und auch die Finger korrekt hältst.

Du kannst auch mit einem Plektrum die Gitarrensaiten anschlagen – wir zeigen dir zwei verschiedene Wege (Fingerpicking und Flatpicking).

  1. Setze dich mit deiner Gitarre und mach einen geraden Rücken.
  2. Lehne den Gitarrenrücken an Brust und Bauch.
  3. Die Gitarre liegt auf dem rechten Bein auf.
  4. Ganz oben ist die dickste Gitarrensaite und ganz unten die dünnste.
  5. Mit der linken Hand – Greifhand – den Gitarrenhals halten und Noten greifen.
  6. Mit der rechten Hand – Anschlagshand – über dem Schalloch halten und Saiten anschlagen.
  7. Finger der Greifhand nah am unteren Bund halten, dann schnarrt es auch nicht.
  8. Mit der Anschlagshand Saiten locker zwischen Schalloch und Steg anschlagen.
  9. Führe die Bewegung aus dem Handgelenk aus – der Ellbogen soll sich kaum bewegen.
  10. Drücke die Fingerspitze deiner Greifhand fest auf die Saite. Sie soll nur zwischen Finger und Hand vibrieren.

Fingerpicking oder Flatpicking

Hand die mit Plektrum Gitarre anschlägt

Schritt 4: Kenne deine Gitarre – wie ist sie aufgebaut?

Nur. Es ist so. Wenn du deine Gitarre so anschaust, hast du eigentlich keine Ahnung, was das für Knubbel da am Kopf sein sollen.

Der Aufbau der Gitarre ist gar nicht so kompliziert.

Aufbau einer Gitarre im Detail

Eine Gitarre besteht aus Holz (massiv oder laminiert) und Metall. Massives Holz lässt Gitarren besser klingen.

Kopf der Gitarre
Am Kopf der Gitarre findest du Wirbel und Sattel.

Der Sattel liegt auf den Gitarrensaiten und sieht aus wie ein weißer Querstab oder Kragen des Gitarrenkopfs. Er verbindet Kopf und Griffbrett. Der Sattel sorgt dafür, dass die Saiten fest in ihrer Position liegen.

Die Wirbel (die weißen Knubbel an der Seite) sind an den Gitarrensaiten befestigt. Mit ihrer Hilfe kannst du die Saiten spannen und die Gitarre stimmen.

Hals
Der Hals der Gitarre besteht aus dem Griffbrett und den Bundstäbchen darauf.

Ein Bund ist der Bereich zwischen zwei Querstreifen (Bundstäbchen), die in gleichmäßigen Abständen auf dem Griffbrett der Gitarre verteilt sind. Jeder Bund steht für einen Halbtonschritt.

Bewegst du deine Hand am Hals einen Bund hoch, befindest du dich einen Halbton höher, umgekehrt, einen Halbton tiefer.

Diese Abstände sind nicht einheitlich (je höher, je kleiner).
Wenn du die Seiten runter drückst, werden diese mittels der Stäbchen verkürzt. so entstehen verschiedene Töne und Akkorde.

Gitarrensaiten
Die Saiten werden bei Akustikgitarren mit Knoten am Saitenhalter des Stegs befestigt. Bei E-Gitarren halten sie durch sog. Ball Ends (Metallknubbel am Saitenenden) und den Bridge Pins.

Die Gitarrensaiten lassen die Decke der Gitarre schwingen.

Die Saitenlage beschreibt den Abstand von Saite zu den Bündchen. Mit einem geringen Abstand kannst du leichter spielen, es scheppert aber auch schneller.

Schallloch oder Pickups
Nun zum mysteriösen Loch: Durch das Schallloch können die Klänge widerhallen. Die Schwingungen werden ausschließlich nach vorne ausgegeben. Und das erhöht die Lautstärke des Instruments. Nur akustische Gitarre haben ein Schallloch.

Schalllöcher müssen nicht unbedingt rund sein.

E-Gitarren sind dagegen mit drei magnetischen Pickups (Tonabnehmern) ausgestattet. Tonabnehmer sind Magnete, die die Bewegung der Saiten in Strom umwandeln.

Diese Pickups geben den Klang über einen Verstärker wieder.
Single Coil: transparenter Klang
Humbucker: voluminöser Klang, kann Störungen besser abwehren

Körper
Bei akustischen Gitarren besteht der Körper aus Boden, Steg, Resonanzdecke und Schallloch.

Der hohle Holzkörper und die Decke verstärken die Wirkung des Schalllochs. Sie geben den Schall ab und machen das Instrument laut.
Am Steg sind die Enden der Saiten befestigt.

Einen noch genaueren Einblick in das Seelenleben aka den Aufbau einer Gitarre findest du in unserem Beitrag.

Schritt 5: Lerne Noten und Tabulaturen lesen

Okay genug Theorie. Jetzt willst du bestimmt wissen, wie du den richtigen Ton triffst bzw. ein Lied spielst.
Dazu musst du die Töne, die du vor dir siehst lesen können und auf der Gitarre finden.

Du kannst auf zwei verschiedene Arten Lieder auf der Gitarre spielen lernen: Nach Noten oder via Tabulaturen.

Noten lesen und spielen können

Fangen wir mit den Noten an. Denn Noten machen dir im Gegensatz zu Tabulaturen nicht nur klar, welche Saiten du spielen sollst, sondern auch wie lange.

Und: Früher oder später kommt das Spielen nach Noten sowieso auf dich zu.

Notensystem mit Notenschlüssel und Takt

Taktangabe und Taktabschnitt auf der Notenlinie

Auf diesen Linien (dem Notensystem) stehen die Noten geschrieben.

Am Anfang dieser Linien findest du immer einen Schnörkel aka. Notenschlüssel. Zum Gitarre spielen brauchst du glücklicherweise nur einen: Den Violinschlüssel, auch G-Schlüssel genannt.

Rechts vom Notenschlüssel findest du die Taktangabe. Diese Zahlen geben an wie lange die Takte dieses Stücks dauern. Hier: 4/4 also vier Schläge. Innerhalb des Takts dürfen unterschiedliche Notenwerte existieren, solange die Summe dieser 4/4 ergibt.

Die Taktabschnitte sind durch die vertikalen Taktstriche begrenzt.

Stammtöne

Die Noten, die du dir merken solltest, sind die folgenden Stammtöne:
C, D, E, F, G, A, H

Auf dem Papier sehen die Stammtöne so aus:

Alle Stammtöne auf der Notenlinie

Die Saiten der Gitarre sind mit folgenden Noten im “0. Bund” von unten nach oben benannt:
E – A – D – g – h – e

Merke dir die Saiten der Gitarren mit folgendem Spruch:

Eine alte Dame geht Heringe einkaufen.

E = tiefes E
e = hohes e

Pro Bund (vom Hals aus bis zum Gitarrenbauch) folgt von diesen Tönen aus nach bestimmter Reihenfolge ein weiterer Ton.

Alle Noten auf einer Gitarre aufgezeichnet

In dieser Abbildung siehst du ALLE Noten, die es auf der Gitarre gibt:

Stammnoten: C, D, E, F, G, A, H
Erhöhte Noten (Kreuz Vorzeichen): Cis, Dis, Eis, Fis, Gis, Ais, His
Erniedrigte Noten (b Vorzeichen): Ces, Des, Es, Fes, Ges, As, B

Überwältigend, was? Aber keine Panik.
Sehr oft sind die Bünde doppelt besetzt (z.B. Gis/As).

Und: All diese Noten folgen einer Reihenfolge. Sie folgen der Reihenfolge der chromatischen Tonleiter:
C Cis/Des  D Dis/Es E F Fis/Ges G Gis/As A Ais/Hes H

Zu den Stammtönen sind hier, wie du ja bereits durch die Abbildung weist, noch erhöhte Noten und erniedrigte Noten dazu gekommen.
Diese Noten liegen dieser Reihe nach auf 12 Bünden. Nach diesen 12 Bünden wiederholt sich diese Reihenfolge.

Aber ein Schritt nach dem anderen. Was war das mit erhöhten und erniedrigten Tönen? Um diese zu markieren gibt es zwei Zeichen – Kreuz ♯ und b .

Erhöhte Töne

Das Versetzungs- oder Vorzeichen ♯ (Kreuz) erhöht Töne um ein Bündchen oder einen Halbtonschritt.
Wird ein Ton mit einem Kreuz erhöht, wird dessen Namen ein „is“ angehängt.

♯C Cis → Aus einem C wird durch ein Kreuz ein Cis
♯D Dis
♯E Eis
♯F Fis
♯G Gis
♯A Ais
♯H His

Hier siehst du alle erhöhten Noten auf der Notenlinie:

Alle erhöhten Noten auf der Notenlinie

Erniedrigte Töne

Das Versetzungs- oder Vorzeichen ♭ (b) erniedrigt Töne um ein Bündchen oder einen Halbtonschritt.
Wird ein Ton mit einem b erniedrigt, wird dessen Namen ein „es“ angehängt.

♭C Ces  → Aus einem C wird durch ein b ein Ces
♭D Des
♭E Es
♭F Fes
♭G Ges
♭A As
♭H B → Ausnahme: Ein H wird nicht zum Hes, sondern zum B

Hier siehst du alle erniedrigten Noten auf der Notenlinie:

Alle erniedrigten Noten auf der Notenlinie

Versetzungszeichen und Vorzeichen
Versetzungszeichen ändern (erhöhen oder erniedrigen) nur den Ton, vor dem sie stehen
Vorzeichen stehen rechts vom Notenschlüssel und ändern den betroffenen Ton für das gesamte Lied. Sie können durch Auflösungszeichen ♮ aufgehoben werden.

Notenwerte und Pausen

War gar nicht so schlimm oder? Du kennst jetzt ALLE Noten beim Namen und weißt wo sie auf der Gitarre und dem Papier liegen.

Wie lange die Noten gespielt werden sollen und wann nicht gespielt werden sollen sagen dir die Notenwerte und Pausen (Rhythmus).
Je nachdem wie eine Noten “gefüllt” ist oder ob sie ein Fähnchen trägt, wird sie länger oder kürzer gespielt:

Notenwerte mit Bezeichnung im Überblick

Am längsten hältst du den Ton bei einer ganzen Note – du zählst 1-2-3-4 Schläge. Die halbe Note ist schon nur noch halb so lang (1-2 Schläge).
Bei punktierten Noten (Punkt hinter der Note), verlängert sich die Notenlänge um den Faktor 1,5.

Notenwerte stehen im Verhältnis zum Takt. Zum Beispiel ergeben 2 halbe Noten einen 4/4 Takt (½ + ½ = 4/4).
Du kannst die verschiedensten Notenwerte innerhalb eines Takts finden, zusammen müssen sie aber immer dem Wert des Takts entsprechen.

Dank der Notenwerte weißt du also jetzt wie lang du den Ton halten sollst.

Es gibt aber auch noch Zeichen die dir das sagen und darüber hinaus ob sie ohne Pause nacheinander gespielt werden sollen:

Haltebogen
Der Haltebogen sagt dir, dass zu zwei Noten gleicher Tonhöhe spielen sollst. Siehst du zwei Viertelnoten, spielst du diese zwei Noten als einen Ton 2 Schläge lang.

Haltebogen und Bindebogen auf der Notenlinie

Bindebogen
Der Bindebögen verbindet zwei verschieden hohe Noten. Du spielst diese zwei Töne ohne Unterbrechung.

Zu guter Letzt: Pausen
Wenn dir Pausen begegnen, sollst du logischerweise NICHT spielen. Wie lange diese Pausen eingehalten werden müssen, zeigen, wie bei Notenwerten, die entsprechenden Zeichen:
Viertelpause
halbe Pause
Ganze Pause
Achtelpause
Sechzehntelpause …

Gegenüberstellung der Notenwerte und Pausen im Notensystem

Und das wars auch schon mit den Noten!

War gar nicht so schlimm oder?

Tabulaturen lesen können

Eine Gitarren-Tabulatur ist ein eigenes System um Musik ohne Noten zu notieren. Tabulaturen zeigen dir anhand von “Bildchen”, auf welche Saiten du deine Finger drücken musst.

Keine Lust Theorie zu ackern? Alles Wissenswerte um Tabs lesen zu können findest du auch in unserem Video Clip:

Mit Tabs kannst du eine große Auswahl an Liedern spielen, ohnen Noten lesen können zu müssen. Tabulaturen werden von links nach rechts, Zeile für Zeile, gelesen und gespielt.

Die Tabulatur besteht aus sechs Linien, die die Saiten der Gitarre nach stellen. Die Saiten sind so angeordnet, wie du auf deine Gitarre siehst.

Beispiel eines Tabs um Gitarrentabs lesen zu können

Bedeutung der Tabulaturzahlen und grundlegende Zeichen

  • Zahlen: Stehen für den jeweiligen Bund der Saite, der gegriffen werden soll. Der Bund direkt am Gitarrenkopf ist der erste Bund.
  • 0 : Stellt eine leere Saite dar, du spielst diese ohne einen Bund zu drücken.
  • X : Eine Saite, die mit einem X markiert ist, wird nicht gespielt.

Wie lang spiele ich laut Tab eine Note?
Viele Tabs geben nicht an wie lange ein Ton gespielt wird. Werden die Notenwerte doch berücksichtigt, sind sie oberhalb des Tabs durch folgende Buchstaben gekennzeichnet:

w = Ganze Note
h = Halbe Note
q = Viertelnote
e = Achtelnote
s = Sechzehntelnote
[n]. = punktierte Note

Übereinander stehende Zahlen = Akkorde
Willst du einen Akkord spielen, musst du mehrere Töne gleichzeitig spielen. Einen Akkord erkennst du auf der Tabulatur, wenn mehrere Zahlen vertikal übereinander angeordnet sind.

Schritt 6: Greife verschiedene Gitarrenakkorde

Ein Akkord besteht aus mindestens drei Tönen, die zusammen harmonisch klingen.
Es gibt zwei verschiedene Arten von Akkorden:

  1. Offene Akkorde
  2. Barrè-Akkorde

Beherrsche die offenen Akkorde

Als Anfänger machst du dir den Einstieg in Gitarrenakkorde mit offenen Akkorden leichter. Es gibt 8 offene Akkorde – Dur und Moll.

Diese Akkorde sind einfacher zu greifen. Nur der Wechsel von einem zum nächsten Akkord wird dir anfangs noch etwas schwer fallen.

Das Beste: Hast du die folgenden Akkorde drauf, wirst du viele Pop- und Rocksongs spielen können.

Tipp: Greife langsam und überlegt um. Achte genau darauf, welche Saiten du spielst.

Im Folgenden findest du eine Übersicht der offenen Akkorde:

C-Dur
E nicht spielen
a im 3. bund Ringfinger greifen
d im 2. bund Mittelfinger greifen
g leer spielen
h im 1. bund zeigefinger greifen
e leer spielen

D-Dur
E nicht spielen
A nicht spielen
d leer spielen
g im 2. Bund Zeigefinger greifen
h im 3. Bund Ringfinger greifen
e im 2. Bund Mittelfinger greifen

E-Dur
E leer spielen
A im 2. Bund Mittelfinger greifen
d im 2. Bund Ringfinger greifen
g im 1. Bund Zeigefinger greifen
h leer spielen
e leer spielen

G-Dur
E im 3. Bund Mittelfinger greifen
A im 2. Bund Zeigefinger greifen
d leer spielen
g leer spielen
h leer spielen
e im 3. Bund kleinen Finger greifen

A-Dur
E nicht spielen
A leer spielen
d im 2. Bund mit Zeigefinger greifen
g im 2. Bund mit Mittelfinger greifen
h im 2. Bund mit Ringfinger greifen
e leer ausspielen

D-Moll
E nicht spielen
A nicht spielen
d leer spielen
g im 2. Bund mit Mittelfinger greifen
h im 3. Bund mit kleinem Finger greifen
e im 1. Bund mit Zeigefinger greifen

E-Moll
E leer spielen
A im 2. Bund mit Mittelfinger greifen
d im 2. Bund mit Ringfinger greifen
g leer spielen
h leer spielen
e leer spielen

A-Moll
E nicht spielen
A leer spielen
d im 2. Bund mit Mittelfinger greifen
g im 2. Bund mit Ringfinger greifen
h im 1. Bund mit Zeigefinger greifen
e leer spielen

Die Griffe für offenen Akkorde haben wir für dich auch nochmal in unserer Gitarrengriffe Abbildung zusammengestellt.

Lerne Barrégriffe

Bei Barrégriffen drückst du mit einem Finger mehrere oder alle Saiten gleichzeitig. Meistens wird dazu der Zeigefinger verwendet.

Diese Griffe brauchst du, wenn du dein Repertoire an Songs erweitern willst. Beherrschst du diese, wird es dir leicht fallen alle erdenkliche Pop- oder Rocksongs zu spielen!

Für Barré-Akkorde sind schwieriger zu greifen. Alle Saiten müssen gleichmäßig fest gedrückt werden. Und du brauchst mehr Kraft in deiner Greifhand.

Auch die Barré-Griffe haben wir für dich in unserer Gitarrengriffe Abbildung zusammengestellt.

Offene Akkorde und Barrégriff zum Herunterladen

Wir haben für dich einen Spickzettel der gängigsten Gitarrengriffe (offene Akkorde und Barrèakkorde) zusammengestellt. So kannst du Akkorde nun noch leichter greifen.

Lade dir die Gitarrengriffe herunter, drucke sie aus und mach es dir zu Übung sie immer flüssiger spielen zu können.

In unserer Übersicht sind links des Tabs die Noten und unten die Bünde gekennzeichnet. Die schwarz hinterlegte Kreise stehen für die Finger die greifen.
1 = Zeigefinger
2 = Mittelfinger
3 = Ringfinger
4 = kleiner Finger

Gitarrengriffe als Tabs im Überblick

Schritt 7: Spiele Tonleitern auf der Gitarre

Es gibt diverse Tonleitern. Sie erleichtern dir das Lernen von neuen Liedern. Es gibt zwei verschiedene Arten: Dur- (klar und hell) und Moll-Tonleitern (eher düster).
Jede Tonleiter ist acht (sieben verschiedene) Töne lang. Die Töne spielst du in einem bestimmten Abstand (Intervall) zueinander.
Dein Startpunkt ist der jeweilige Grundton (C-Dur-Tonleiter = C, A-Moll-Tonleiter = A, usw.).

Zuerst zu einer Dur-Tonleiter:

C-Dur Tonleiter

C – D – E – F – G – A – H – C

Du bildest jede Dur-Tonleiter mit den folgenden Tonschritten:
1 – 1 – ½ – 1 – 1 – 1 – ½

Für die C-Dur Tonleiter startest du beim Grundton C. Von dort gehst du nicht einen halben, sondern einen ganzen Tonschritt (zwei Bünde) weiter. Du landest nicht beim Cis, sondern beim D. Und so folgst du dem obigen Tonschritt-Schema bis du beim nächsten C angekommen bist.

Und wie spielst du die C-Dur-Tonleiter auf der Gitarre?

C Greife mit dem Ringfinger den dritten Bund der A-Saite.
D Du spielst die D-Saite leer an.
E Greife mit dem Mittelfinger den zweiten Bund der D-Saite.
F Greife mit dem Ringfinger den 3. Bund auf der D-Saite.
G Du spielst die G-Saite leer an.
A Greife mit dem Ringfinger den zweiten Bund auf G-Saite.
H Du spielst die H-Saite leer an.
C Greife mit dem Zeigefinger den ersten Bund der H-Saite.

A-Moll-Tonleiter spielen

Moll-Tonleitern gibt es in drei verschiedenen Versionen: Natürlich, harmonisch, melodisch. Nur ihre Tonschritte unterscheiden sich.

Jede Moll-Tonleiter bildest du wie folgt:

Natürliche Moll-Tonleiter
1 – ½ – 1 – 1 – ½ – 1 – 1
Beispiel natürliche a-Moll-Tonleiter: A H C D E F

Harmonische Moll-Tonleiter
1 – ½ – 1 – 1 – ½ – 1½ – ½
Beispiel harmonische a-Moll-Tonleiter: A H C D E F Gis A

Melodische Moll-Tonleiter:
1 – ½ – 1 – 1 – 1 – 1 – ½
Beispiel melodische a-Moll-Tonleiter: A H C D E Fis Gis A

Vorzeichen für Tonleitern
Vorzeichen B
Dur: Ces, Ges, Des, As, Es, B, F
Moll: As, Es, B, F, C, G, D

Vorzeichen Kreuz
Dur: G, D, A, E, H, Fis, Cis
Moll: E, H, Fis; Cis, Gis, Dis, Ais

Schritt 8: Übe und lerne Gitarre mit diesen 8 Tipps, bis die Finger bluten

Gitarrist lernt Gitarre

Dass du viel üben musst, um besser zu werden, hast du schon längst selbst bemerkt. Wir haben 8 Tipps für dich, die es dir leichter machen und deine Übungsroutine sogar noch effektiver machen werden!

  1. Übe. Übe. Übe regelmäßig und kurz.
    Lass das stundenlange Üben sein. Das Gehirn kann sich – wissenschaftlich bewiesen – gar nicht so lange konzentrieren. Setze dich einfach jeden Tag eine Viertel- bis halbe Stunde mit deiner Gitarre hin und übe.
  2. Sauberer Klang
    Lege deine Finger so nah wie möglich an die entsprechenden Bundstäbe. So klingt der Ton, den du anschlagen willst, sauberer.
  3. Dünne Saiten und niedrige Saitenlage
    Dünnere Saiten sowie eine niedrigerer Saitenlage machen es dir leichter Gitarre zu spielen. Du brauchst weniger Kraft, um diese auf die Bünde zu drücken. Passe die Saitenstärke und Saitenlage nach und nach an, wenn du besser geworden bist.
  4. Fang einfach an
    Nimm dir zunächst einfache Akkorde und Griffe vor. Das gleiche gilt für Lieder. Wenn du die einfachen Lieder beherrschst, hast du eine Grundlage für die schwierigeren Sachen. Überspringst du die einfachen Griffe, kommt bei den schweren Griffen nur Frust auf.
    1. Pflege deine wichtigsten Werkzeuge
      Wärme deine Finger vor dem Gitarre spielen auf. Spiele ein Lied, das du bereits in- und auswendig kannst. Mach Dehnübungen oder Trocken-Fingerübungen. Halte deine Fingernägel so kurz wie möglich – so kannst du die Bünde besser greifen.
    2. Bleib flexibel
      Lerne Akkorde und Griffe nicht nur auf eine bestimmte Art und Weise zu spielen. Je nach Abfolge von Akkorde bieten sich verschiedene Griffweisen an. Beherrschst du verschiedene, wird es dir leichter fallen zwischen den Akkorden zu wechseln.
    3. Mach Trockenübungen
      Übe deine Gitarrengriffe auch trocken – wenn du im Bus sitzt, fernsiehst oder auf jemanden wartest. Überprüfe, wenn du übst, anfangs noch visuelle ob du deine Akkorde richtig greifst. Du willst dir ja schließlich keine falschen Griffe angewöhnen. Übst du fleißig, kannst du die Griffe blind greifen.
    4. Lerne nach deinem Tempo
      Trete Gitarre Online Musikkursen bei, die Abschnitte eines Liedes im Loop abspielen können. So kannst du dir schwierige Passagen immer wieder vorspielen lassen. Nur wenn du auch die schwierigen Teile eines Lieds sicher beherrschst, kann das gesamte Stück gut klingen.

Schritt 9: Liebe heißt…deine Gitarre zu pflegen

Gitarrist spielt Gitarre

Damit deine Gitarre noch wie eine Gitarre klingt, musst du sie regelmäßig stimmen.
Aber auch die Saiten deiner Gitarre sind wichtig, damit du toll spielen kannst und deine Gitarre schön klingt.
Wir zeigen dir wie du deine Gitarre selbst stimmst und die Saiten wechselst.

Gitarrensaiten der Akustikgitarre neu aufziehen

Entscheide dich vorab, ob du Saite für Saite oder radikal alle auf einmal wechseln möchtest.
Die Stimmung der Gitarre bleibt besser erhalten, wenn du die Saiten nach und nach wechselst.
Andererseits kannst du wenn du alle entfernst, das Griffbrett reinigen.

Du benötigst folgendes Werkzeug für den Wechsel der Saiten:

  • Decke oder Halsstütze um deine Gitarre zu schonen
  • Saitenschneider kürzt die Saiten
  • Saitenkurbel (optional) beschleunigt den Saitenwechsel

Folgender Anleitung zum Saitenwechsel (Saite für Saite) solltest du folgen:

  1. Löse die Spannung der Saite, die du wechseln willst. Drehe am Wirbel der entsprechenden Saite.
  2. Ziehe die alte Saite aus der Stimmmechanik (am Gitarrenkopf) und mache den Knoten am Steg auf.
  3. Nun führst du die neue Saite in das Loch am Steg und lasse 10 cm über. Du kommst aus der Richtung des Schalllochs.
  4. Wickele das Ende um die Saite.
  5. Führe die Saite mehrmals durch die entstandene Schlaufe.
  6. Das Saitenende muss sich hinter der Stegkante befinden. Befestige die Saite zwischen Saitenhalter und langer Saite.
  7. Zieh den Knoten fest. Achte darauf, dass das andere Saitenende nicht abhaut.
  8. Dreh mit dem Wirbel die Mechanik am Gitarrenkopf so, dass das Loch dieser gut sichtbar wird.
  9. Führe die Gitarrensaite durch das Loch durch.
  10. Rolle die neue Saite zwei Mal um die Achse der Mechanik (das weiße Stück).
  11. Das Saitenende muss nach oben zeigen. Führe die Saite wieder nach unten in das Loch ein.
  12. Stimme nun deine Gitarre – die Saiten ziehen sich dann fest.

Hast du deine Saiten gestimmt, zupfe jede Saite im zwölften Bund. So dehnst du die Saiten. Stimme dann noch einmal. Deine Gitarre ist nun stabiler gestimmt.
Zu lange Saiten kannst du nun kürzen.

Bist du neugierig wie man Gitarrensaiten von E-Gitarren wechselt? Hier findest du die Anleitung zum Saiten aufziehen von E-Gitarren, Westerngitarren und Gitarren mit Floyd Rose Tremolo.

Stimme deine Gitarre mit Stimmgerät

Gitarre wird mit der Hand am Stimmwirbel gestimmt

Eine verstimmte Gitarre klingt überhaupt nicht schön. Auf ihr zu spielen macht auch keinen Spaß.
Wir zeigen dir wie du Schritt für Schritt deine Gitarre stimmst, sodass sie wieder wie deine klingt.

  1. Achte darauf, dass du in einem Raum stimmst, der frei von Hintergrundgeräuschen (Spülmaschine, Straße, Mitbewohner) ist
  2. Finde heraus welcher Stimmwirbel zu welcher Saite passt (folge den Saiten)
  3. Halte das Stimmgerät an die Gitarre
  4. Schlage die dickste Saite an – das hohe E
  5. Achte darauf, dass du die Saite einzeln anspielst und keinen Bund greifst
  6. Die Saite sollte laut und klar erklingen
  7. Wirf einen Blick auf das Stimmgerät – es zeigt dir, ob die Saite zu hoch oder zu niedrig klingt
  8. Ist die Saite zu hoch, stimme sie zunächst tiefer und dann auf die richtige Höhe.
  9. Du stimmst die Saite höher indem du den Stimmwirbel zur Saite nach rechts drehst
  10. Du stimmst die Saite tiefer, indem du den Wirbel nach links drehst
  11. Stimme auf diese Weise alle weiteren Gitarrensaiten

Schritt 10: 2 Tricks, mit denen du Gitarre spielst wie ein Profi

Gitarrist spielt wie ein Profi Gitarre über dem Kopf

Applaus, Applaus! Du hast es geschafft. Du hast Gitarre gelernt!

Beweise dein Können, indem du dir folgenden höchst passenden Song aneignest:

Aber das reicht natürlich noch nicht. Um ein Matador an den Saiten zu werden, haben wir noch zwei Tipps für dich, die dich als Profi auszeichnen.

1) Konzentriere dich darauf ganz genau Gitarre zu spielen

Widmest du deinem Gitarrenspiel deine ganze Aufmerksamkeit, wirst du schneller und besser werden, als wenn du nur nebenbei Gitarre spielen würdest.

Übe langsam und konzentriert. Beachte dabei folgende Aspekte genau:

  • Halte die Gitarre richtig und achte auf die Haltung deiner Finger
  • Greife die Saiten nicht zu zart
  • Achte auf den Rhythmus
  • Schlage die Saiten gleichmäßig an sodass du eine konsistente Lautstärke erzeugst (es sei denn es ist anderes gewünscht)

2) Lerne Kunstgriffe und spezielle Töne spielen

Ein Gitarrengott kann – im Gegensatz zum Laien – coole Griffe spielen.
Folgende vier Griffe und Töne wollen wir dir näher bringen:

1) Flageolettöne spielen
Flageolett spielst du, indem du mit deiner Greifhand die Saite im Bund nicht runter drückst, wie du das normalerweise machen würdest. Du berührst lediglich die Saite ganz vorsichtig (als wäre sie zerbrechlich) mit deinem Finger und schlägst die Saite an.

Während du den Ton anschlägst, nimmst du den Finger der Greifhand wieder weg, sodass sich der Ton voll entfalten kann.

Tipp: Je höher der Flageoletton ist, desto schwieriger ist es, ihn umzusetzen und ihn so klingen zu lassen wie er sollte.

2) Palm Mute spielen
Der Name nimmt der Technik schon die Überraschung vorweg: Palm für Handfläche und Mute für dämpfen.
Du dämpfst mit deinem Handballen also die Töne. Du spielst Palm Mute indem du den Handballen deiner Schlaghand auf die Saiten nahe der Brücke legst und dabei mit selbiger Hand die gegriffenen Saiten zupfst.

Versuche mit Hin- und Herrutschen der Mute Hand eine Position zu finden in der die Töne weder abgekürzt noch ganz klar klingen.
Wechselst du oft zwischen Palm Mute und normalem Gitarrenspiel, erzielst du eine mitreißende Wirkung.

3) Töne mit Vibrato klingen lassen
Mit der Vibrato Technik lässt du anhaltende Töne schräg erklingen (auf eine schöne Art und Weise).
Spielst du akustische Gitarre, musst du das Vibrato subtiler einsetzen als bei eine E-Gitarre. Bewege dazu den Greiffinger, auf den Bund gedrückt, nach rechts und links. Diese Methode fällt bei Nylonsaiten leichter als bei Stahlsaiten.

Ist deine E-Gitarre mit Vibratohebel ausgestattet, brauchst du deine Greifhand nicht unbedingt für ein Vibrato verwenden.

Tipp: Achte darauf, das Vibrato nicht zu übertreiben, schnell kann sich das nach Katzengejammer anhören – berücksichtige den Takt!

4) Hammer-On und Pull-Off spielen
Mit dem Hammer-On bzw. dem Pull-Off kannst du deine Spielgeschwindigkeit stark erhöhen.
Spiele den Hammer-On, indem du mit der Greifhand den Bund einer Saite greifst, hältst ihn gedrückt und schlage währenddessen die nächste Saite für den nächsten Ton schnell an (hämmerst drauf!). Lass die gehämmerte Saite deutlich erklingen! Übe zu Beginn nur diese Wechselbewegung von erstem Finger zum Hammer-On.
Du wirst merken, du kannst bei gleicher Geschwindigkeit und Rhythmus mehr Töne anspielen.

Pull-Off spielst du, indem du das Hammer-On umgekehrt spielst:

  1. Greife dazu zwei Bünde derselben Saite
  2. Zupfe die Saite zart an
  3. Ziehe den vorherigen Hammer-On-Finger runter

Du bist nun offiziell ein Matador an den Saiten!
Herzlichen Glückwunsch – du hast wahren Ehrgeiz und Durchhaltevermögen bewiesen.

Thomas Dill

Thomas Dill

Thomas leitet unsere E-Gitarren Sektion bei music2me. Er hat ein klassisches Gitarrenstudium an der Uni Giessen und ein E-Gitarren Studium am MGI Köln absolviert. Thomas ist tätig als freischaffender Musiker, Produzent und als Autor bei Bonedo.de. Außerdem gibt er professionellen Musikunterricht.

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