Aufbau einer Gitarre: Von Gitarrenkopf und Mensur bis zum Schallloch

Gitarrentheorie, 03.05.2018

Der Aufbau einer Gitarre ist einfach gehalten. Die folgende Grafik zeigt euch den Aufbau im Detail:

Aufbau einer Gitarre im Detail

Kopf der Gitarre

Beginnen wir mit dem Gitarrenkopf. Das Hauptstück des Gitarrenkopfes ist die Kopfplatte. An dieser Kopfplatte sind Wirbel mit der Stimmmechanik und der Sattel befestigt.

Die Stimmmechanik sorgt dafür, dass deine Gitarre klingt wie sie klingen soll.

Die Wirbel sind die (meist weißen) Plättchen an der Seite des Gitarrenkopfes. Sie sind verbunden mit jeweils einer Saite der Gitarre.
Mittels der Wirbel bewegst du die Stimmmechanik und kannst den Klang der einzelnen Saiten anpassen bzw. stimmen.

Rollst du die Wirbel auf, spannst du die Saiten und erhöhst die Töne.
Rollst du die Wirbel ab, lockerst du die Saiten und erniedrigst die Töne.

Der Sattel grenzt den Gitarrenkopf vom Gitarrenhals ab. Mit kleinen Einkerbungen (Nuts) hält er die Gitarrensaiten in Position.

Mensur der Gitarre

Im nächsten Teil des Aufbau der Gitarre folgt der Hals. Der Abstand ab Sattel bis zum Steg nennt sich Mensur. Anhand der Mensur erfährst du welche Gitarrengröße du benötigst.

In folgender Grafik findest du die verschiedenenen Mensuren und die dazu entsprechenden Gitarrengrößen.

Je nach Körpergröße benötigst du eine Gitarre in entsprechender Größe:

Mensuren von Gitarren und entsprechende Gitarrengröße

Gitarrenhals mit Griffbrett

Der Gitarrenhals fängt am Sattel an. Der Hals besteht aus dem Griffbrett und den darauf quer verteilten Bundstäbchen.

Wird die Gitarre mit Stahlsaiten gespielt, verstärkt ein Spannstab im Hals diesen.

Die Bundstäbchen unterteilen das Griffbrett in Bünde. Ein Bund ist demnach der Bereich zwischen zwei Bundstäbchen aus Metall. Ein Bund steht für einen Halbtonschritt.

Bewegst du deine Hand am Hals einen Bund hoch, befindest du dich einen Halbton höher, umgekehrt, einen Halbton tiefer.
Die Bundstäbchen sind nicht alle gleichmäßig verteilt. Je kleiner ein Bund ist, desto höher sind die Töne zu diesem.

Gitarren werden entweder mit Nylon- oder Stahlsaiten bespannt. Ein Wechsel der Saitenarten ist nicht empfehlenswert, da er die Gitarre kaputt macht. E-Gitarren werden ausschließlich mit Stahlsaiten gespielt.

Gitarrensaiten sind je nach Ton unterschiedlich dick.
Drückst du die Gitarrensaiten auf das Griffbrett, verkürzt du diese. Es entstehen verschiedene Töne.

Die Saiten werden bei akustischen Gitarren an den Saitenhalter des Stegs geknotet. Bei E-Gitarren hingegen werden sie am Saitenhalter eingefädelt und halten mittels Ball Ends (Metallknubbel am Ende von Saiten). Sie werden mit Bridge Pins (Plastikstäbchen) festgeklemmt. Bei Gitarren mit Tremolo System werden die Saiten festgeschraubt.

Am anderen Saitenende werden diese am Gitarrenkopf durch ein Loch an der Stimmmechanik eingefädelt und dort fest gewickelt.
Gitarrensaiten lassen die Decke von Akustikgitarren schwingen und tragen so zum Klang bei.

Die Saitenlage ist der Bereich zwischen Saite und Bundstab.
Bei einem geringeren Abstand zwischen diesen ist es vor allem für Gitarrenanfänger leichter zu spielen. Leider leidet der Klang darunter und es kann etwas scheppern.

Der Klangkörper der Gitarre

Der Resonanzkörper von Gitarren umfasst Decke, Boden, Steg und Schallloch bzw. für E-Gitarre die Tonabnehmer.

Vorderseite der Gitarre ist die Decke, die Rückseite nennt sich Boden.

Bei Akustikgitarren verstärkt der hohle Holzkörper und die Decke die Wirkung des Schalllochs. Decke und Körper geben den Schall wider, den die Saiten erzeugen. So entsteht der laute Klang.

Der Steg ist der längliche Stab auf der Gitarrendecke, an dem der Saitenhalter die Saiten in Position hält.

Das Schalloch der Akustikgitarre ist essentiell für den Klang der Gitarre. Er schwingt beim Anschlagen der Gitarrensaite mit und schickt die entstehenden Klänge nach außen. Durch den Widerhall an der Decke wird die Lautstärke der Gitarre erhöht. Schalllöcher gibt es in verschiedenen Ausführungen, sie müssen nicht unbedingt rund sein (Violinschlüssel).

Der Körper von E-Gitarren dagegen ist massiv.
Sie haben statt Schalloch drei magnetische Tonabnehmer (Pickups), die den Ton erzeugen. Diese Tonabnehmer sind magnetisch und erzeugen aus der Bewegung der Saiten Strom.

Der Klang wird dann vom Pickup an den Verstärker weitergegeben, der diesen ausgibt.
Unterschiedliche Tonabnehmer bringen unterschiedliche Klänge hervor. Der Single Coil erzeugt einen transparenten Klang. Der Humbucker Tonabnehmer erzeugt einen voluminösen Klang und kann elektrische Störungen besser blocken.

Zeit, dein Wissen in der Praxis anzuwenden! Zum Gitarre lernen geht’s hier lang!

Thomas Dill

Thomas Dill

Thomas leitet unsere E-Gitarren Sektion bei music2me. Er hat ein klassisches Gitarrenstudium an der Uni Giessen und ein E-Gitarren Studium am MGI Köln absolviert. Thomas ist tätig als freischaffender Musiker, Produzent und als Autor bei Bonedo.de. Außerdem gibt er professionellen Musikunterricht.

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