Klavier lernen: Die Grundlagen lernen in 13 Schritten

Klavier Tutorials, 16.06.2018

Kostenlos und in nur 13 Schritten Klavier spielen lernen!
Wir bieten dir in unserem Crashkurs die (gar nicht langweiligen) theoretischen Grundlagen zu:

  • Bezeichnung aller Noten der Klaviatur
  • Ganze und halbe Töne
  • Notenwerte und Pausen
  • Takt und Tempo

Damit es nicht theoretisch bleibt, haben wir für dich jede Menge Abbildungen, Noten zum Nachspielen, Übungen und diverse Quiz für dich in petto.

Bist du eher der visuelle Typ? Vielleicht möchtest Du mit dieser Video-Einführung zum Thema „Klavier lernen in 8 Minuten“ beginnen:



In unseren Klavierkursen und Videos zum Klavier lernen findest du alles Wissenwerte! Du bist dir nicht sicher, ob es sich noch lohnt, als Erwachsener noch Klavier zu lernen? Wir helfen mit Tipps aus der Musiktheorie und zur Selbstmotivation!

Los geht’s!

Was du hier lernen kannst:

Schritt 1: Die Klaviatur mit Noten kennen lernen

Beim ersten Blick auf die Tastatur könnte man meinen, dass es etliche Noten zu lernen gibt.

Unerlässlich zum Klavier lernen: Verständnis für die Klaviatur

Doch es ist einfacher als es scheint:

Im Prinzip brauchst du nur 12 Noten zu lernen!

Der grau markierte Bereich auf der Klaviatur zeigt dir die Noten, die du kennen solltest.

Klaviatur und Notensystem mit Note C

Die Noten auf diesem Keyboard sind in 6 Gruppen zu 12 Noten gruppiert. Jede Gruppe besteht aus 7 weißen und 5 schwarzen Tasten. Schau einmal auf die obige Graphik – die Gruppe wird links und rechts einige Male wiederholt. Jede Gruppe startet mit einer „C“ Note (siehe Markierung), sie befindet sich links von zwei aufeinanderfolgenden schwarzen Tasten.

Schauen wir uns die „C“ Noten einmal genauer an. Erinnerst du dich, wie du sie auf der Klaviatur finden kannst? Genau, links neben einem Pärchen schwarzer Tasten. Dies ist eine wichtige Sache, denn vor jedem Lied musst du zuerst das „C“ auf der Klaviatur finden.

Übung: Als kleine Übung, versuche alle „C“ Noten auf dem Keyboard zu finden.

Da es anfangs noch etwas schwierig ist die „C“ Noten beim Spiel auf Anhieb zu finden, reicht es zunächst aus, wenn du das mittlere „C“ kennst. Wie der Name schon sagt, befindet es sich in der Mitte der Klaviatur und zwar genau vor dir, wenn du dich vor das Piano setzt. Schau dir dies einmal auf dem oberen Bild an. Du siehst dort Linien, Symbole und Zahlen. Dies ist ein Liniensystem. Auch dort befindet sich das mittlere „C“ in der Mitte.

Im Liniensystem wird die Musiksprache niedergeschrieben. Musik ist eine Sprache wie jede andere auch; sie basiert auf Regeln, es gibt spezielle Zeichen und so fort. Diese Sprache drückt aus, wo was auf dem Instrument gespielt werden soll. Im obigen Liniensystem ist eine Note abgebildet – das mittlere „C“. Lass uns einige weitere Noten im Liniensystem kennenlernen und verstehen wie sie mit der Klaviatur zusammenhängen.

Hier siehst du weitere „C“ Noten und wie sie im Liniensystem abgebildet werden. Erkennst du das mittlere „C“ im schattierten Bereich wieder?

Klaviatur und Notensystem mit allen C Noten und mittlerem C markiert

Links und rechts davon befinden sich weitere „C“ Noten.

Wenn du die weißen und schwarzen Tasten auf dem Keyboard zählst, kannst du sehen, dass jeweils 12 Tasten (Noten) zwischen den „C“ Noten liegen. Im Liniensystem hingegen befinden sich jeweils 8 Linien und Zwischenräume zwischen den „C“ Noten.

Diese Notenfolge (12 auf dem Keyboard, 8 im Liniensystem) wird Oktave genannt. Im obigen Bild siehst du Oktaven auf der Klaviatur und im Liniensystem – von einem „C“ zum nächsten. Wir werden alle Noten in einer Oktave lernen (1 Gruppe) – wobei wir uns auf die Oktave mit dem mittleren „C“ konzentrieren.

Hinweis: Keyboards können unterschiedlich lange Klaviaturen haben, also keine Panik falls du mehr „C“ Noten zählst als auf der Abbildung. Halt einfach Ausschau nach einem Paar schwarzer Tasten; die nächste weiße Taste nach links ist immer eine „C“ Note.

Nun, da du die „C“ Noten gelernt hast ist es Zeit, die anderen 11 Noten einer Oktave zu lernen.

Ein Instrument zu lernen ist immer eine gewisse Herausforderung – egal, in welchem Alter und mit welchen musikalischen Vorkenntnissen.

Wir von music2me wollen euch helfen, den optimalen Einstieg ins Klavier spielen zu finden. Hier könnt ihr in 12 einfachen Schritten die Grundlagen lernen, ausprobieren und üben.

Die Klavierkurse zeigen unseren Klavierlehrer aus deiner Perspektive. So lernst du ohne umdenken zu müssen, wohin du deine Finger setzen musst (sogar schon ohne alle Noten kennen zu müssen.). Probiers doch einfach aus mit uns Klavier zu lernen!

Wir haben uns bemüht dieses Einsteigertutorial für Klavier so einfach wie möglich zu gestalten.

Um dem Kurs zu folgen und mit der Tastatur vertraut zu werden, brauchst du nur ein kleines tragbares Keyboard. Es erfordert nicht unbedingt ein echtes Klavier – ein kleines Casio oder Yamaha Keyboard mit eingebauten Lautsprechern reicht vollkommen aus.

Also – ran an die Tasten und los geht’s!

Schritt 2: Halbtonschritte auf der Klaviatur

In de vorherigen Einheit hast du gelernt, wo sich die „C“ Noten auf der Klaviatur befinden und wo das mittlere „C“ liegt. Du kennst auch bereits die anderen Noten auf den weißen Tasten und bist somit bereit für die schwarzen Tasten.

Die Noten auf dem Klavier werden in „Halbtonschritte“ unterteilt. Schau einmal zum mittleren „C“ auf der Klaviatur – der Schritt von hier zur ersten schwarzen Taste rechterhand ist ein Halbtonschritt. Der Schritt von dieser schwarzen Taste zur „D“ Taste ist wiederum ein Halbtonschritt. Die schwarzen Tasten liegen also jeweils im Halbtonabstand zu den weißen Tasten.

Als nächstes schau dir einmal die „E” und „F“ Tasten an – der Abstand zwischen beiden ist ebenfalls ein Halbtonschritt. Das klingt zunächst vielleicht etwas verwirrend, da zwischen den Tasten keine schwarze Taste liegt. Wir möchten an diesem Punkt noch nicht zu tief in die Musiktheorie eintauchen, daher merk dir für den Anfang einfach folgendes: Von einer Taste zur nächsten (inklusive der schwarzen) ist es ein Halbtonschritt. Diese Erkenntnis ist wichtig, um später das Konzept der erhöhten und erniedrigten Töne zu verstehen.

Nun kennst du die Halbtonschritte und wir können uns den erhöhten Tönen zuwenden. Ein erhöhter Ton liegt einen Halbtonschritt über einer Note – zur Kennzeichnung wird das Zeichen # (genannt Kreuz) verwendet. Wann immer du das Kreuz neben einer Note siehst, wird die Note einen Halbton höher angeschlagen. Dem Notennamen wird bei Verwendung des Kreuzes ein „is“ angehängt.

Zur Illustration schau einmal auf das mittlere „C“ auf der obigen Klaviatur. Bei Erhöhung um einen Halbton landest du bei der ersten schwarzen Taste rechts, welche auch „Cis“ genannt wird.

Doch wie sieht das im Liniensystem aus?

Betrachte einmal das mittlere „C” im obigen Liniensystem. Wie du siehst wird es von einem Kreuz begleitet und soll also einen Halbton über dem mittleren „C“ gespielt werden. Die gespielte Note wird „Cis“ genannt und entspricht der ersten schwarzen Taste rechts vom mittleren „C“.

Schau dir nun jede Note innerhalb einer Oktave an und finde die erhöhten Noten auf der Klaviatur. Es gibt insgesamt fünf – eine für jede schwarze Taste. Ihren Namen lauten:

C#D#F#G#A#

Für die erniedrigten Töne gilt sinngemäß das gleiche Konzept. Du ahnst vielleicht schon, dass jede schwarze Taste zwei Namen hat. Lass dich dadurch nicht verwirren – der Grund wird dir schnell einleuchten.

Nun wenden wir uns den erniedrigten Tönen zu. Ein erniedrigter Ton liegt einen Halbtonschritt tiefer als der Ton – zur Kennzeichnung dient das Zeichen „” (ausgesprochen wie der Buchstabe B). Wann immer du das „” neben einer Note siehst, wird die Note einen Halbton unter der gezeigten Note gespielt. Dem Notennamen wird ein „es“ angehängt.

Zur Illustration schau auf das „D“ auf der obigen Klaviatur. Bei Erniedrigung um einen Halbton landest du bei der ersten schwarzen Taste rechts des mittleren „C“. Die Taste wird somit auch „Des“ genannt. Die schwarze Taste heißt also „Cis“ und „Des“ gleichermaßen, je nach Perspektive.

Schauen wir uns dieses Konzept einmal im Liniensystem an.

Betrachte einmal die Note „E” im obigen Liniensystem. Wie du siehst, wird es mit einem „” notiert, soll also einen Halbton unter dem „E“ gespielt werden. Die gespielte Note wird „Es“ genannt und entspricht der ersten schwarzen Taste links vom „E“

Schau dir nun jede Note innerhalb einer Oktave an und suche die erniedrigten Noten auf der Klaviatur. Es gibt insgesamt fünf – eine für jede schwarze Taste. Ihren Namen lauten:

DEGAH

Exkurs:

Beim H gibt es eine Besonderheit zu beachten. Im Deutschen heißt das erniedrigte „H“ nicht „Hes“, sondern „B“. Soweit wäre das nicht weiter schlimm, aber die englischen Notennamen für die C-Dur Tonleiter lauten:

C – D – E – F – G – A – B – C

Die Note „H“ wird im Englischen also als „B“ bezeichnet und somit ergibt sich eine Verwechslungsgefahr mit unserem „B“. Bei der meistverbreiteten Lösung bleibt die Bezeichnung des deutschen „H“ bestehen und die Bezeichnung vom deutschen „B“ wird entweder beibehalten oder im Zweifelsfall in „B“ (gesprochen B flat) umgeschrieben. „Flat“ ist dabei die englische Bezeichnung für „erniedrigt“ und „sharp“ für „erhöht“.

Glückwunsch, nun kennst du schon das Konzept der erhöhten und erniedrigten Töne!

Zusammenfassung

  • Cis” ist dieselbe schwarze Taste wie “Des“.
  • Dis” ist dieselbe schwarze Taste wie “Es“.
  • Fis” ist dieselbe schwarze Taste wie “Ges“.
  • Gis” ist dieselbe schwarze Taste wie “As“.
  • Ais” ist dieselbe schwarze Taste wie “ B“.
  • Dieses # Zeichen steht für erhöht und dieses Zeichen für erniedrigt.

Am besten übst du täglich 15 Minuten bevor du damit anfängst Lieder zu spielen. Es ist sinnvoll, wenn du beim Spielen den Namen einer Note aussprichst und aufmerksam dem Ton der Note zuhörst. Vergiss jedoch nicht, dass die schwarzen Tasten (und manche weiße Tasten) jeweils zwei Namen haben.

Gerne kannst du jetzt dein Wissen in einem kleinen Quiz testen.

Quiz

Ist „Fes“ eine weiße oder schwarze Taste?

  1. a) weiß
  2. b) schwarz

Ist „His“eine weiße oder schwarze Taste?

  1. a) weiß
  2. b) schwarz

Ist „Es“ eine weiße oder schwarze Taste?

  1. a) weiß
  2. b) schwarz

Ist „Ces“ eine weiße oder schwarze Taste?

  1. a) weiß
  2. b) schwarz

Lösungen

a), a), b), a

Schritt 3: Notenwerte auf dem Klavier lernen

Du hast bereits große Fortschritte beim Klavier lernen und Erkennen der Sprache der Musik gemacht – einer Sprache die alle Menschen verstehen. Sie reicht bis ins Innere des Menschen und für jeden trägt sie eine eigene, besondere Bedeutung. Mithilfe der Musik kannst du Stress abbauen oder etwas ausdrücken für das du keine Worte findest. Es ist eine Kunst und eine Art zu denken. Musik ist eine Form der Mathematik und auch eine Wissenschaft. Im gemeinsamen Musizieren lernst du mit anderen zusammenzuarbeiten und gemeinsam kreativ ein geteiltes Ziel zu erreichen. Der Auftritt vor einem Publikum hilft Hemmungen abzubauen oder eine Präsentation vor einer Gruppe Menschen zu halten.

Nun ist die Zeit gekommen die Konzepte Grundschlag und Takt kennen zu lernen. Dir sind mittlerweile alle Mittel vertraut, die es braucht, um jede Note auf dem Piano zu benennen und zu spielen. Nicht wahr? Du kennst die weißen und schwarzen Noten – jetzt wollen wir lernen wie lang Noten zu spielen sind und musizieren zusammen!

Um Musik zu machen, anstatt nur Noten in zufälliger Reihenfolge zu spielen, braucht es eine Art Karte auf der steht, welche Note wann für wie lang zu spielen ist. Das Lesen von Notenblättern ist ähnlich wie das Lesen einer Wanderkarte. Die Wanderkarte zeigt das Ziel, den Weg dorthin und wo man sich wie lange ausruhen kann, um rechtzeitig ans Ziel zu gelangen. In der Musik geben dir Notenfolgen die Route vor; Takt und Grundschlag sagen dir wie schnell oder langsam die Noten zu spielen sind.

Die Wegpunkte eines Musikstücks siehst du im Liniensystem. Die Notenlinien sind in kleine Streckenabschnitte unterteilt, welche Takte genannt werden. Die Takte wiederum können in noch kleinere Elemente, genannt Grundschläge (beats), unterteilt werden.

Hier beginnt die Mathematik hinter der Musik. Die Summe aller Schläge in einem Takt zusammengezählt muss dem Wert der gewählten Taktart entsprechen. Nehmen wir zur Illustration einmal einen Takt mit dem Wert 1 und vier gleichen Grundschlägen an – Welchen Wert haben die Schläge jeweils? Siehe Fragen und Antworten!

Notenwerte Übungen

Fragen und Antworten

F: Welchen Wert haben 4 gleiche Schläge, wenn sie zusammengerechnet 1 ergeben?

A: Jeweils 1/4… 4 Viertel zusammenaddiert ergeben eins.

F: Welchen Wert haben 8 gleiche Schläge, wenn sie zusammengerechnet 1 ergeben?

A: Jeweils 1/8… 8 Achtel zusammenaddiert ergeben eins.

F: Welchen Wert haben 16 gleiche Schläge, wenn sie zusammengerechnet 1 ergeben?

A: Jeweils 1/16… 16 Sechszehntel zusammenaddiert ergeben eins.

F: Welchen Wert haben 2 gleiche Schläge, wenn sie zusammengerechnet 1 ergeben?

A: Jeweils 1/2… 2 Halbe zusammenaddiert ergeben eins.

F: Welchen Wert hat 1 Schlag, wenn sich in der Summe 1 ergibt?

A: Eins!

Lass uns zusammenfassen.

Wir haben Grundschläge mit folgenden Werten:

  • Viertel
  • Achtel
  • Sechszehntel
  • Halbe
  • Ganze

Eine Note im Liniensystem enthält mindestens zwei Informationen. Die erste ist, wie du bereits in der vorherigen Lektion gelernt hast, ihr „melodischer Name“ (Notenname) – dieser ergibt sich durch die Position der Note im Liniensystem.

Es gibt „C“ Noten, „D“ Noten, „F#“ Noten und so fort. Die zweite ist ihr „rhythmischer Name“ (Notenwert) – dieser drückt aus wie lang (oder kurz) eine Note gespielt werden soll. Analog zu den Grundschlägen gibt es unter anderem folgende Notennamen:

  • Viertelnote
  • Achtelnote
  • Sechszehntelnote
  • Halbe Note
  • Ganze Note

Wir können also eine „C“ Note haben, die gleichsam eine Viertelnote ist, oder eine „A#“ Note, die auch eine Halbe Note ist. Merke dir einfach, dass die Beschreibung einer Note im Liniensystem immer zwei Elemente umfasst und dass alle Notenwerte im Takt zusammenaddiert den Wert des Taktes ergeben müssen.

Wie du in der Graphik sehen kannst, können Noten gefüllt oder leer sein. Du wirst zudem bemerkt haben, dass manche Notenköpfe einen Notenhals mit oder ohne Fähnchen haben. Die Form Note zeigt dir den Notenwert. Dazu ein paar Beispiele:

Die Viertelnote hat kein Fähnchen und einen ausgefüllten Notenkopf.

Die Achtelnote hat ein einfaches Fähnchen und ist ausgefüllt.

Die Sechszehntelnote hat ein zweifaches Fähnchen und ist ausgefüllt.

Die halbe Note hat kein Fähnchen und ist nicht ausgefüllt.

Die ganze Note hat keinen Notenhals und ist nicht ausgefüllt.

Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass Noten mit mindestens drei Merkmalen beschrieben werden können:

  • Notennamen
  • Notenwert
  • Erhöht oder erniedrigt

Super! Du bist auf dem besten Weg Noten zu lesen und auf dem Piano zu spielen. Nochmals, gut gemacht!

Hier kommt das Quiz:

  1. Eine Ganze Note entspricht ____ halben Noten zusammen
  2. Zwei
  3. Vier
  4. Acht
  5. Die Notenlinien werden unterteilt in Abschnitte, die ____ genannt werden.
  6. Akkorde
  7. Takte
  8. Strophen
  9. Zwei Achtelnoten plus eine Viertelnote entsprechen einer ____.
  10. Halben Note
  11. Punktierten Viertelnote
  12. Punktierten Halben Note
  13. Zwei Viertelnoten plus eine Halbe Note entsprechen ____.
  14. Einer Achtelnote
  15. Einer Ganzen Note
  16. Einer dreifachen Achtelnote

Antworten:

  1. a
  2. b
  3. a
  4. b

Da du bisher so motiviert mitgemacht hast, darfst du dir jetzt wohlverdient eine Pause gönnen. Schau dir folgendes Video zur Geschichte der Noten an:

Schritt 4: Alles rund um den Takt

Schau dir einmal die Viertelnoten in der Grafik an. Was siehst du?

Klaviatur und Notensystem mit 4/4 Takten

Richtig, du siehst vier “F“-Viertelnoten, welche zusammenaddiert einen 4/4-Takt mit der Länge 1 ergeben. In dieser Lektion wollen wir mehr über Takte lernen.

Doch schauen wir uns zunächst einmal das Liniensystem genauer an. Die obersten fünf horizontalen Linien werden “Violinschlüssel” genannt. Dieser Notenschlüssel zeigt dir was die rechte Hand auf dem Piano spielen soll. Er wird gekennzeichnet durch das seltsame Zeichen links der Nummer 4/4, welches mit einer guten Portion Vorstellungskraft wie eine Violine aussieht.

Die unteren fünf Linien werden “Bassschlüssel“ genannt und zeigen dir was die linke Hand auf dem Piano spielen soll. Auch dieser Schlüssel hat ein eigenes Zeichen, welches entfernt einem umgekehrten C mit einem Doppelpunkt ähnelt.

Im ersten Takt findest du den Notenschlüssel und die Taktangabe (oder auch Taktart). Die Taktangabe findest du am Anfang des Violinschlüssels und Bassschlüssels gleichermaßen. In der Grafik ist für beide Schlüssel ein 4/4 Takt vorgegeben (4 über 4). Die obere Zahl gibt die Anzahl der Schläge pro Takt an, d.h. jeder Takt ist hier vier Noten lang. Die untere Zahl gibt dir den “rhythmischen Namen“ (Notenwert) jedes dieser Schläge in einem Takt an. In einem 4/4 Takt entsprechen folglich vier Viertelnoten einem Takt. Anders ausgedrückt, Takt ist vier Viertelnoten lang.

Ein Takt kann eine beliebige Kombination von Notenwerten umfassen (Viertel, Achtel, Sechszehntel, Halbe) solange sie zusammenaddiert der Länge des Taktes entsprechen. Du siehst wie wichtig Mathematik für Musik ist; deshalb frischen wir nun noch ein bisschen unser Bruchrechnen auf.

Der Bruch (4/4), den du neben den Notenschlüsseln siehst, wird Taktangabe (oder auch Taktart) genannt.

Verschiedene Notenwerte im Notensystem mit Bezeichnung

Es gibt viele verschiedene Taktarten, zum Beispiel den 2/2-, 2/4-, 3/4- oder 3/8-Takt. Der 4/4-Takt aus der Grafik entspricht einem Bruch mit der Länge 1, denn 4/4=1. Vier Viertel zusammenaddiert ergeben 1, doch es gibt noch viel mehr mögliche Kombinationen.

Takt in der Musik – Beispiele

Schau dir mal ein paar Beispiele für Takte an:

  • 1 = 1 (1 ganze Note entspricht einem Takt)
  • 1/2 + 1/2 = 1 (2 Halbe Noten zusammen ergeben einen Takt)
  • 1/4 + 1/4 + 1/4 + 1/4 = 1 (4 Viertelnoten zusammen ergeben einen Takt)
  • 1/8 + 1/8 + 1/8 + 1/8 + 1/8 + 1/8 + 1/8 + 1/8 = 1 (8 Achtelnoten addiert geben einen Takt)
  • 1/16 + 1/16 + 1/16 + 1/16 + 1/8 + 1/8 + 1/4 + 1/4 = 1 ( 4 Sechszehntel-, 2 Achtel- und 2 Viertelnoten zusammenaddiert ergeben einen Takt)

Du siehst, prinzipiell ist hier jede Kombination von Noten denkbar, solange sie zusammen die Länge 1 ergibt.

So, das war’s für diesen Schritt. Du kannst stolz auf dich sein, denn jetzt kennst du bereits alle wesentlichen Werkzeuge, um Musik zu lesen und zu spielen.

In der nächsten Lektion werden wir deshalb diese Werkzeuge anwenden. In späteren Lektionen wirst du noch das Konzept der “Tonart“ kennenlernen – was neben dem Konzept des „Taktes“ essentiell ist, um ein Stück spielen zu können. Für den Augenblick wollen wir alle Werkzeuge in Erinnerung rufen, die du bisher gelernt hast.

Zusammenfassung

  • Notennamen (inkl. erhöhte und erniedrigte) der Noten des Pianos
  • Notennamen (inkl. erhöhte und erniedrigte) der Noten im Liniensystem
  • Notenwerte der Noten im Liniensystem (Viertel, Achtel, Sechszehntel, Halbe, Ganze)
  • Taktangabe (die Taktart)
  • Violinschlüssel (zu spielen mit der rechten Hand)
  • Bassschlüssel (zu spielen mit der linken Hand)

Schritt 5: Takt und Tempo in der Praxis

Wie du bereits weißt, gibt die Taktart vor, wie viele Puls- oder Grundschläge eines Notenwertes zusammengehören. Jetzt bist du bereit das Tempo zu lernen, d.h. wie schnell oder wie langsam ein Takt zu spielen ist. Höre dir dazu das Hörbeispiel an.

Du hörst das Tempo des abgebildeten Stücks:

Klaviatur und Notensystem mit 4/4 Takten und Note F

Das Tempo wird in Schlägen pro Minute ausgedrückt – jeder Klick, den du hörst, steht für einen Schlag. Es klickt einmal pro Sekunde, d.h. das Tempo dieses Liedes liegt bei 60 Schlägen pro Minute oder 60 BPM (beats per minute).

Die Taktangabe “4/4“ sagt dir, dass die Länge jedes Taktes vier Viertelnoten lang sein muss. Das Tempo sagt dir, wie schnell die Viertelnoten hintereinander gespielt werden sollen. Hör dir dazu das Hörbeispiel an.

Übung: Folge dem Klick-Ton aufmerksam – jeder Klick entspricht dem Anschlag einer Viertelnote. Du kannst dir bei jedem Klick-Ton mit der Hand auf den Oberschenkel klopfen und dabei mit den Augen von einer Viertelnote zur nächsten wandern – bis zum Ende. Dann kannst du wieder von vorne beginnen.

Bitte wiederhole diese Übung mindestens 3 Minuten, um ein sicheres Gefühl für das Tempo des Taktes zu bekommen.

Glückwunsch!

Weisst du was du gerade geschafft hast? Du hast gerade gelernt Noten zu lesen und diese in Musik zu übersetzen. Bisher klopfst du die Noten nur auf deinen Schenkeln, doch schon bald wirst du die ersten Stücke mit dem Klavier spielen!

Zeit deine Freunde, Eltern oder Liebsten anzurufen und ihnen zu sagen, dass du gelernt hast Musik zu lesen!

Schritt 6: Eine Melodie auf dem Klavier spielen lernen

Für die nächste Lektion wirst du dein Piano brauchen. Sobald du fertig bist, spiel bitte das Hörbeispiel dazu ab.

In den vorherigen Lektionen hast du noch Klick-Töne gehört, jetzt hörst du den Klang eines Pianos. Jeder Tastenschlag auf dem Piano entspricht einem „Klick“ – du hörst den Ton „F“ über dem mittleren „C“.

Platziere den Ringfinger deiner rechten Hand auf die „F”-Note deiner Klaviatur. Erinnerst du dich, wie du das „F“ finden kannst? Ausgehend vom mittleren „C“ ist es die vierte weiße Taste rechterhand. Falls du eine Auffrischung brauchst, schau dir bitte nochmals Lektion 1 an.

Übung: Zum Einstimmen spiel einige Male die „F”-Note und spiel dann im Takt des Liedes mit. Während du spielst folge den „F“-Noten auf der Klaviatur in der obigen Grafik. Wiederhole diese Übung bis du dich sicher fühlst, denn so trainierst du deine Fähigkeit Noten zu lesen und zu spielen.

Bist du mal unsicher, wohin du deine Finger legen sollst, erleichtert dir folgendes Hilfsmittel das Klavier lernen. Mit dem folgenden Button springst du zur Abbildung mit dem mittleren C. Von dort aus kannst du dich weiter orientieren:

Button um mittleres C zu finden

Schau dir zunächst einmal die Notenlinien an. Was siehst du? Richtig, zwei verschiedene Viertelnoten. Die erste ist das mittlere „C“, wie du auch auf der Klaviatur sehen kannst. Sie wird zweimal wiederholt. Die zweite Note, ebenfalls zweimal wiederholt, ist ein „F“. Nun spiel bitte einmal das zweite Hörbeispiel.

Jetzt bist du am Zug. Platziere den Daumen deiner rechten Hand auf das mittlere „C” deines Pianos. Nun, lege den Ringfinger deiner rechten Hand auf die „F“-Note über, d.h. rechts vom mittleren „C“. Spiel das mittlere „C“ zweimal hintereinander mit deinem Daumen und dann zweimal hintereinander das „F“ mit deinem Ringfinger. Wiederhole diese Übung einige Male und du wirst merken, dass du die dieselbe Melodie spielst wie im Hörbeispiel.

Wie zuvor kannst du gleichzeitig Note um Note auf den Notenlinien mitlesen. Wenn du mehr als drei Minuten brauchst, macht das nichts – nimm dir einfach die Zeit, die du brauchst. Wichtiger ist, dass du übst bis es sich natürlich anfühlt Noten gleichzeitig zu lesen und zu spielen.

Die Fähigkeit, gleichzeitig Noten zu lesen und zu spielen, ist notwendig um vom Notenblatt aus Musik zu spielen. Außerdem solltest du dein Zeitgefühl aufbauen, daher ist es wichtig, dass du die Noten zur selben Zeit spielst wie im Hörbeispiel. Wiederhole die Übung so lang du brauchst, um im Einklang mit dem Melodie zu sein.

Gratulation! In der letzten Lektion hast du angefangen Musik gleichzeitig zu lesen und zu spielen und nun hast du bereits dein erstes Duett gespielt. In einem Duett spielen zwei Personen (in diesem Fall Du und der Computer) zusammen ein Stück.

Deine musikalische Reise wird dich schrittweise zu einem immer besseren Verständnis und Bewusstsein für Musik führen. Möge deine weitere Reise dir viel Freude bereiten.

In den folgenden Lektionen werden weitere Übungen zum Lesen und Spielen von Musik folgen. Dabei solltest du immer wie folgt vorgehen:

  1. Taktbezeichnung anschauen
  2. Länge eines Taktes bestimmen
  3. Hörbeispiel abspielen
  4. Noten, im Tempo des Hörbeispiels, lesen…
  5. … und spielen

Das war es für diese Lektion, du hast dich super geschlagen!

Schritt 7: Fingersatz – Wohin mit all den Fingern?

Damit du während des Spiels deine Finger nicht verknotest, gibt es Hinweise auf einer Klaviatur, welche dir zeigen, welcher Finger die erste Note spielt.

Fingersätze helfen dir, Musikstücke leichter spielen zu können. Mittels Fingersatz weißt du, welche Finger auf welche Tasten gehören.
Du bewegst deine Hände flüssiger und leichter über die Tastatur.

Stell dir vor du sitzt vor dem Piano. Halte deine Hände ausgestreckt vor dich – mit den Handflächen nach unten – und spreize deine Finger. Schau zu deiner linken Hand. Der kleine Finger bekommt die Nummer #5, der Daumen die #1. Jedem der Finger wird nun von 5 absteigend eine Zahl zugeordnet:

  • Welche Nummer denkst du hat dein Zeigefinger? Richtig, #2!
  • Und welche Nummer hat dein Ringfinger? Richtig, #4!
  • Welche Nummer hat dein Mittelfinger? #3!

Klavier lernen braucht Übung. Am Anfang ist es nicht leicht jeden Finger einzeln zu kontrollieren und deinem Gehirn klarzumachen, dass nur die Muskeln eines Fingers angesprochen werden sollen. Doch mit etwas Übung geht das von ganz allein und wirst gar nicht mehr darüber nachdenken brauchen.

Nun schau auf deine rechte Hand – ihre Finger werden genauso nummeriert wie die der linken Hand zuvor:

  • Daumen ist #1
  • Zeigefinger ist #2
  • Mittelfinger ist #3
  • Ringfinger ist #4
  • Kleiner Finger ist #5

Hier siehst du die Nummerierung beider Hände nochmal im Überblick:

Nummerierung der Finger für einen passenden Fingersatz beim Klavier lernen

Nun wiederhole die obige Übung mit der rechten Hand.

Wackeln!

Als letzte Übung in dieser Lektion wollen wir durch Tippen auf der Tastatur die Bewegung deiner Finger verbessern.

Leg dazu deine Finger auf deine Tastatur und platziere die Finger deiner linken Hand wie folgt auf die Tasten:

  • Finger #5 auf das A
  • Finger #4 auf das S
  • Finger #3 auf das D
  • Finger #2 auf das F
  • Finger #1 auf die Leertaste
Button um mittleres C zu finden

Übung: Tippe die folgende Buchstabenkombination für drei Minuten. Du brauchst keine Leerzeichen zu tippen, denn sie sollen dir nur das Lesen erleichtern. Aber wenn du den Buchstaben “X” siehst, drückst du die Leertaste mit dem Daumen der linken Hand, beim Buchstaben “O” drückst du die Leertaste mit dem Daumen der rechten Hand.

Los geht’s!

AAAA XXXX SSSS XXXX DDDD XXXX FFFF XXXX JJJJ OOOO KKKK OOOO LLLL OOOO ÖÖÖÖ OOOO

Und… Stop!

Wenn du diese Lektion zu deinen Favoriten hinzufügst und die Übungen täglich machst, wirst du schon bald Fortschritte machen. Der Sinn dieser Lektion liegt darin deinem Gehirn zu lehren jeden Finger einzeln, gezielt zu kontrollieren. Das geht nicht über Nacht – aber nach ungefähr 90 Tagen, haben sich die Nervenbindungen zu deinen Fingern schon markant verbessert.

Wenn du diese Übung mehrere Male pro Tag für 5 Tage machst, wirst du deine Nervenverbindungen stärken und einen guten Start in Richtung Fingerkontrolle hinlegen. Denk daran, Übung macht nicht den Meister, aber sie gibt dir Selbstvertrauen… und das ist immer gut.

Schritt 8: Klavier zweihändig spielen

It’s Show Time!

In dieser Lektion fügen wir alles bisher Erlernte zusammen. Aber keine Sorge – wir erläutern dir sorgfältig jeden Schritt den wir zusammen gehen.

Schau zunächst einmal auf die Notenlinien. Die Noten für deine rechte Hand sind auf den obersten Notenlinien dargestellt, diejenigen für deine linke Hand auf denen darunter:

Beispiel Noten mit Klaviatur um zweihändig Klavier spielen zu lernen

Den ersten Takt wirst du also mit deiner linken Hand spielen, den zweiten mit deiner rechten und im dritten und vierten Takt mit beiden Händen zusammen. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie das Lied klingt, höre dir das Hörbeispiel an.

Lege Finger #5 deiner linken Hand auf das tiefe „C“ deiner Klaviatur. Das tiefe „C“ liegt 7 weiße Tasten unter dem mittleren „C“. Wenn du das tiefe „C“ nicht sofort findest, schau auf die Klaviatur in der obigen Abbildung – es ist gekennzeichnet mit der Zahl 5.

Platziere nun den Finger #1 (deinen Daumen) deiner rechten Hand auf das mittlere „C”, welches ebenfalls mit der Nummer 1 markiert ist. Deine Hände sind nun in der richtigen Anfangsposition.

Im dritten Takt wirst du deine Fingerpositionen anpassen müssen. Finger #1 der linken Hand wechselt zur Note „A“, unter dem mittleren „C“. Finger #3 der rechten Hand liegt auf der Note „A“ über dem mittleren „C“. Falls du die Finger in ihrer Anfangsposition beließest, hättest du ab dem dritten Takt nicht genug Finger übrig, um die Noten zu spielen. Probier es am besten einmal selbst aus.

Du hast nun ein Gefühl dafür, wie sich das Lied anhört. Jetzt ist es Zeit selbst zu spielen! Vielleicht startest du einmal damit, das Lied für 5-10 Minuten zu spielen. Das wird dir sehr helfen, die Koordination von linker und rechter Hand zu üben.

Spitze! Dein erstes zweihändiges Stück ist ein großer Fortschritt. Zudem hast du gelernt, wie wichtig es ist, deine Finger auf die richtigen Tasten zu legen. Nun, lass uns einmal anschauen auf welche Arten Musik noch geschrieben werden kann, um es dem Spieler einfach zu machen.

Exkurs zu Notenhälsen und Balken

Schau dazu zunächst auf das abgebildete Lied. Was fällt dir auf?

Beispiel Noten mit Notenhälsen und Balken mit Klaviatur um zweihändig Klavier spielen zu lernen

Genau, es ist dasselbe Lied wie vorhin und wird genau gleich gespielt, aber manche Noten sehen anders aus.

Die Achtelnoten sind mittels eines Balkens verbunden. So gruppiert der Komponist Noten innerhalb eines Taktes. Dies hilft dem Spieler einerseits den Noten zu folgen und unterteilt den Takt visuell in Abschnitte.

Generell werden Achtel- und Sechszehntelnoten mit einem Balken verbunden. Dies hilft auch den Überblick auf den Notenlinien zu bewahren, wenn es viele Achtel- und Sechszehntelnoten gibt. Dies ist ein guter Moment dein Notenheft hervorzuholen und die Noten abzuschreiben. Dazu zeichnest du zuerst den Kreis und dann den Notenhals. Anschließend folgt das Fähnchen oder, falls sinnvoll, ein Balken.

Wie du bereits weißt, zeigt das Liniensystem fünf Linien für den Bass- und den Violinschlüssel. Liegt die Note unterhalb der mittleren (der dritten) Linie wird der Notenhals nach oben gezeichnet. Liegt die Note auf oder oberhalb der dritten Linie wird der Notenhals nach unten gezeichnet.

Schritt 9: Pausen spielen

Nimm dir zu Beginn dein Notenheft zur Hand und schreib die folgenden Pausen ab:

Gegenüberstellung der Notenwerte und Pausen im Notensystem

In dieser Übersicht siehst du jede Note und ihre entsprechende Pause. Das bedeutet, die Länge der Notenwerte und Pausenwerte sind gleich.

In anderen Worten:

  • Der Notenwert (oder die Notenlänge) einer Viertelnote ist gleich dem einer Viertelpause
  • Der Notenwert einer Halben Note ist gleich dem einer Halben Pause
  • Der Notenwert einer Ganzen Note ist gleich dem einer Ganzen Pause
  • Der Notenwert einer Achtelnote ist gleich dem einer Achtelpause
  • Der Notenwert einer Sechszehntelnote ist gleich dem einer Sechszehntelpause

Pausen werden von Komponisten genutzt um anzuzeigen wo nicht gespielt werden soll. Der Grundschlag läuft weiter, aber es ertönt keine Note während der Pause. Bevor wir uns dazu ein paar Beispiele anschauen, möchten wir zunächst einige Änderungen in der Präsentation einführen, damit du unabhängiger von Hilfsmitteln wirst.

Viertelpausen im Notensystem

Als Einstieg in die Theorie der Pausen, höre dir bitte das Hörbeispiel an.

Hier hörst du ein typisches Beispiel mit Viertelpausen. Beachte zunächst, dass es sich um einen 4/4-Takt handelt. Um dir ein Gefühl vom Tempo des 4/4-Taktes zu geben, spielen wir zu Beginn vier Klicktöne. Diese Routine nennt man auch „den Takt angeben“. Jeder Musiker muss wissen, welches Tempo angesagt ist, um ein Stück spielen zu können. Auf wie viele Arten dies gemacht werden kann, liest du weiter unten.

Übung: Hör dir bitte das Hörbeispiel nochmals an und spiele mit. Wiederhole die Übung für 5 Minuten. Danach solltest du das Lied ohne Hilfe des Beispiels spielen können – wiederum für 5 Minuten.

Andere Ausdrücke für „den Takt angeben“ sind unter anderem:

  • Takt zählen
  • Takt klopfen
  • Tempo finden
  • Eins, Zwei, Drei, Vier… (bspw. Rock ‘n‘ Roll)
  • Rhytmus bestimmen
  • … und viele mehr.

Glückwunsch, du bist auf dem besten Weg ein richtiger Klavierspieler zu werden.

Um den Lektionen einen den letzten Anstrich zu geben, solltest du dir überlegen in das nächste Musikgeschäft zu gehen und dir ein Notenheft mit kurzen, einfachen Liedern zu besorgen. Vielleicht kennst du auch jemanden der dir ein Heft leihen kann. Die Lieder sollten nicht schwerer sein als diejenigen, welche du hier kennen lernst.

Es wäre gut, wenn du täglich 30 Minuten üben könntest indem du ein Lied aus dem Heft spielst. Mit dem was du bisher gelernt hast, kann du die Aufgabe mit Zuversicht und Selbstvertrauen angehen.

Vielleicht solltest du noch darauf achten, dass die Lieder im 4/4-Takt gehalten sind, doch es kann auch einige im 3/4, 2/4 und 6/8-Takt haben, da wir diese bald lernen werden.

Schritt 10: Walzer und andere Musikarten

Verschiedene Taktlängen im Notensystem

Wenn du bisher fleißig Lieder aus deinem neuen Liederbuch gespielt hast, wirst du wahrscheinlich weitere Taktbezeichnungen kennengelernt haben. Einige davon sind in der obigen Abbildung zu sehen.

Jede Taktbezeichnung zeigt den Wert eines Taktes so wie du es bereits mit dem 4/4-Takt kennengelernt hast. Ein 3/4-Takt sagt aus, dass jeder Takt den Wert von 3 Viertelnoten hat. Ein 2/4-Takt zeigt an, dass jeder Takt den Wert von 2 Viertelnoten hat. Ein 6/8-Takt wiederum zeigt an, dass jeder Takt den Wert von 6 Achtelnoten aufweist.

  • Ein 3/4-Takt wird für einen Walzer gebraucht.
  • Ein 2/4-Takt wird für einen Marsch oder eine Polka verwendet.
  • Ein 6/8-Takt wird für einen schnellen Walzer genommen.

Weiter unten findest du eine Bibliothek von Taktbezeichnungen und Beispielen, wie sie gespielt werden. Wie wäre es mit einem Happen Musik um deinen Appetit anzuregen?

Während die Seite mit den Taktbezeichnungen lädt, kannst du auch gerne das Lied Take Five von Paul Desmond hören.

Das Lied ist im 5/4-Takt gehalten – es besteht also aus 5 Viertelnoten pro Takt. Du bekommst auch einen 5/4-Takt, wenn du einen 2/4-Takt mit einem 3/4-Takt kombinierst. Es gibt viele Stücke in denen verschiedene Taktarten miteinander kombiniert werden, um ein einzigartiges Arrangement von Musik zu schaffen.

Walzer – 3/4

Marsch – 2/4

Schneller Walzer – 6/8

Halbzeit (Fußball)

Die beste Art Musikrichtungen (welche durch Taktbezeichnungen charakterisiert werden) zu lernen ist sie zu hören. Wenn du sie öfters hörst, kannst du sie dir vergegenwärtigen bevor du sie spielst. Wenn du zum Beispiel einen 3/4-Takt siehst, erinnerst du dich an einen Walzer den du schon einmal gehört hast. Dies gibt dir eine gute Idee davon, wie das Lied klingen sollte, bevor du es spielst. Das ist sehr wichtig!

Ob Leiter einer Band, Musiklehrer, oder Komponisten, sie alle werden dir mithilfe des Musikstils einen Eindruck vom Lied geben wollen.

Schauen wir uns einmal einige übliche Musikarten an:

  • Walzer in 3/4
  • Jazz Walzer in 3/4
  • Dixieland „Alla Breve“ (2/4), siehe durchgestrichenes C
  • Polka in 4/4
  • Polka „Alla Breve“ (2/4), siehe durchgestrichenes C
  • Jazz Walzer in 6/8
  • Marsch in 4/4
  • Marsch „Alla Breve“ (2/4), siehe durchgestrichenes C
  • Jazz Walzer in 5/4
  • Bossa-Nova in 4/4
  • Ballade in 4/4
  • Ballade in 3/4
  • Ballade in 6/8
  • Swing in 4/4
  • 12 taktige Blues in 4/4

Es gibt noch hunderte anderer Stile, ob klassisch, lateinamerikanisch, orientalisch oder Folk-Musik.

Du hast dich großartig geschlagen!

Nur so zum Spaß kannst du gerne auf die vorherige Seite zurückschauen und die verschiedenen Taktarten nachspielen. Jedes Beispiel wird auf den weißen Tasten gespielt, also ohne erhöhte oder erniedrigte Noten. Versuch es mit der linken Hand, aber sei nicht zu verbissen.

Es geht hier nur um die Lust am Spielen. Wir werden später zu Gehörtraining und Akkorden für die linke Hand zurückkehren.

Schritt 11: Die richtige Fingerhaltung und Spieltechniken

Eine richtige Haltung sowie Spieltechniken helfen dir effizient Klavier lernen.

Übung um unvollständige Takte im Notensystem zu ergänzen

Ein kleines Quiz zum Start gefällig?

Auf den obigen Notenlinien findest du 16 Takte bei denen jeweils eine Note fehlt.

Deine Aufgabe ist es, die fehlende Note für jeden Takt herauszufinden und den dazugehörenden Buchstaben aufzuschreiben.

F Noten im Notensystem

In deinem Notenheft wirst du gleich einige Bilder zeichnen in denen alle gleichnamigen Noten und ihre Position im Notensystem zu sehen sind. Schau dir zum Beispiel die obige Graphik mit allen „F“ Noten zeigt.

Wir werden die Zeichnungen beschränken auf diejenigen Noten, welche zwischen der tiefsten und höchsten Note der „großen Tonleiter“ liegen. Wenn du deine Bilder zeichnest, achte bitte darauf auch die Notenschlüssel – Violinschlüssel und Bassschlüssel – einzufügen. In der Wahl des Taktes bist du frei.

Noten aller Stammtöne im Notensystem

Die Gruppe der “F” Noten hast du schon gesehen, jetzt geht es weiter mit den anderen Noten:

  1. Zeichne alle „G“ Noten, die auf der großen Tonleiter sind
  2. Zeichne alle „A“ Noten, die auf der großen Tonleiter sind
  3. Zeichne alle „H“ Noten, die auf der großen Tonleiter sind
  4. Zeichne alle „C“ Noten, die auf der großen Tonleiter sind
  5. Zeichne alle „D“ Noten, die auf der großen Tonleiter sind
  6. Zeichne alle „E“ Noten, die auf der großen Tonleiter sind

Sobald du alle Noten mit dem gleichen Notennamen gefunden und gruppiert hast, geht es weiter mit dem Thema Spieltechnik.

Die richtige Körper- und Fingerhaltung

Erinnerst du dich an unsere Methode, jedem Finger eine Zahl zuzuweisen? Dies war ein Hilfsmittel, damit deine Finger nicht übereinander stolpern. Damit die Fingertechnik funktioniert, müssen deine Hände jedoch korrekt positioniert sein.

Richtige Hand- und Fingerhaltung um Klavier zu lernen

Abbildung 1 zeigt die korrekte Handstellung: Der Handrücken liegt parallel zu den Klaviertasten. Versuch es einmal selbst! Halte deine Hand wie in Abbildung 1 über der Klaviatur.

Siehst du wie nun auch dein Unterarm parallel zur Klaviatur steht?

Wenn du bereit bist, spiel eine Note. Hierbei solltest du daran denken, dass deine Handgelenke und nicht dein Ellbogen die Angelpunkte sind. Daher sollten sich nur dein Handgelenk und natürlich dein Fingergelenk beim Anschlag der Note bewegen. Die Bewegung ist ähnlich wie wenn man sich am Bein kratzt. Versuch es noch einmal!

Hier noch einige weitere Tipps zur Körperhaltung:

  1. Deine Finger sollten leicht gekrümmt unter deiner Hand verweilen.
  2. Du solltest aufrecht sitzen, so als wenn du einen Brief tippen würdest.
  3. Deine Arme sollten entspannt sein.
  4. Dein rechter Fuß sollte höher als dein linker Fuß stehen, damit die Ferse deine Rückenstellung unterstützen kann.

Das war es für diese Lektion. Deine Eigenmotivation, Klavier spielen zu wollen, ist wunderbar und lobenswert. Du hast all diese Lektionen studiert, ohne dass ein Lehrer anwesend sein musste um dich zu motivieren. Deine Selbstinitiative und Leidenschaft bildet die beste Grundlage um ein guter Klavierspieler zu werden.

Eines Tages wirst du die Hilfe eines Mentors oder Lehrers brauchen, um deine Fähigkeiten zu verfeinern. Denk jedoch daran, man lernt Klavierspielen nicht über Nacht, sondern es ist eine lange Reise.

Schritt 12: Im Rhythmus bleiben

Noten eines Musikstücks um den Rhythmus und Pausen zu üben

In dieser Lektion arbeiten wir an Rhythmik und Zeitgefühl, denn schließlich ist auch eine richtige Note, zur falschen Zeit gespielt, falsch.

Es gibt viele Methoden um sich die Zählzeiten einzuprägen. Eine verbreite Methode nutzt Zahlen. Für den 4/4-Takt wird beispielsweise von 1 bis 4 gezählt, wobei jede Zahl einen Grundschlag darstellt. Wenn im 4/4-Takt Achtelnoten vorkommen, fallen diese durch die Maschen des „1-2-3-4-Netzes“. Also behilft man sich, indem man „Eins und Zwei und Drei und Vier und Eins…“ spricht. Bei Sechszehnteln sagt man „Eins-e-und-d Zwei-e-und-d…“ und bei Triolen „Eins-und-die-Zwei-und…“

Noten Beispiele um zu lernen die Notenlänge mitzählen zu können

Spielerischer zählt es sich, wenn man den Noten Silben oder gar Worte zuordnet, wie der Komponist und Musikpädagoge Zoltán Kodály:

  • Viertelnoten: ta
  • Halbe Noten: ta-a
  • Ganze Noten: ta-a-a-a
  • Achtelnoten: titi
  • Sechszehntelnoten: tiri tiri

Du darfst natürlich auch eigene Worte nehmen, solange die Silben zum Rhythmus passen.

Als nächstes spiele bitte die mp3-Datei ab. Das Hörbeispiel kombiniert die drei Notenzeilen in der obersten Graphik, wobei ein Klatschton einer Note entspricht.

Übung: Während du dem Stück zuhörst, spiele den Rhythmus mit und folge aufmerksam den Noten. Wiederhole die Übung drei Mal. Als nächstes kannst du die Worte mitsprechen und die Übung noch drei Mal wiederholen.

Du bist bis zu diesem Punkt in unserem Crashkurs gekommen – du hast wahre Motivation Klavier spielen zu lernen gezeigt!

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Schritt 13: Motivationstipps, wenn das Üben schwer fällt

Motivationstipps gegen Durchhänger beim Klavier lernen

Sollte deine Motivation, die du uns bis jetzt so stark gezeigt hast, einen Durchhänger haben, haben wir hier 3 Tipps für dich, die dich wieder auf den richtigen Weg bringen:

  1. Maximal fünf Minuten: Die letzte Übungseinheit lief nicht so toll und du eigentlich gar keine Motivation, dich ans Klavier zu setzen? Spiel nur 5 Minuten! Das kriegst du hin und du fühlst dich besser weil du etwas getan hast! (Und vielleicht übst du ja dann freiwillig doch länger…)
  2. Höre Pianisten zu: Youtube oder Spotify – du hast die Qual der Wahl. Den Soundtrack des letzten Films den du gesehen hast, wolltest du dir schon längst mal anhören oder? Spätestens nach dem dritten Lied hast du doch wieder Lust ein paar Tasten zu drücken.
  3. Du hast dir eine Belohnung verdient: Versprich dir für eine Übungseinheit Klavier lernen von 15 Minuten eine Folge deiner Lieblingsserie oder den Schokoriegel, um den du schon den ganzen Tag herumschleichst.
Yacine Khorchi

Yacine Khorchi

Yacine absolvierte nach dem Abitur ein Intensivstudium an einer privaten Musikschule und ein Klavierstudium an der Hochschule für Musik in Würzburg. Seit über 10 Jahren unterrichtet er Klavier und leitet seit 2013 den Musik Komponistenkurs an der Pop Akademie Frankfurt.

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