Klavier lernen in 13 Schritten Titelbild

Als Erwachsener noch Klavier spielen lernen - Geht das?

24.05.2012 11:08 von Yacine

Als Erwachsener Klavier lernen

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Dass dieses Sprichwort längst überholt ist, gilt als erwiesen. Erwachsene lernen zwar langsamer als Kinder und Jugendliche, wirklich starke Einschränkungen gibt es aber erst im hohen Alter. Das Gehirn ist wie ein Muskel, den man das ganze Leben lang trainieren kann. Die Aktivitätsmuster im Gehirn verändern sich schon nach kürzester Zeit und bestimmte Regionen vernetzen sich bereits nach der ersten Übungseinheit.

Wer als Erwachsener ein Instrument lernt, weil er sich einen lang gehegten Traum erfüllen möchte, sollte sich für das Klavier entscheiden. Mühsamer wird es hingegen, Blas- und Saiteninstrumente zu spielen. Kinder sind in dieser Hinsicht eindeutig im Vorteil, weil sie ein besseres Gehör haben. Auf subtile Details reagieren sie sensibler. Ein Tasteninstrument eignet sich besonders für Anfänger, weil die Töne linear angeordnet sind und die Tasten nur noch gedrückt werden müssen. Auf Intonation muss ein Einsteiger zunächst nicht achten.

Ziele des Musizierens

Als erwachsener Neueinsteiger muss man sich bewusst machen, dass man nicht unbedingt schlechter als ein Kind lernt, sondern anders. Das spielerische Ausprobieren haben Erwachsene verlernt, sie wollen erst verstehen, was sie tun. Sie lernen außerdem nicht mehr linear, sondern bauen auf andere Erfahrungen auf.

Wichtig ist, sich zu fragen, welche Ziele man mit dem Erlernen eines Instruments verfolgt. Erwachsene sind oft ungeduldiger, erwarten häufig zu früh schnelle Ergebnisse. Man darf aber nicht unterschätzen, dass auch Kinder und Jugendliche viel Zeit mit ihrem Instrument verbringen müssen, bis sie wirklich gut werden. Wenn man sich realistische Ziele setzt, wird die Motivation nicht gleich flöten gehen. Klavier lernen bedeutet Spaß haben und den Trott des Alltags hinter sich lassen.

Von einer großen Solistenkarriere träumen viele Späteinsteiger in der Regel nicht. Das sollte auch nicht der Hauptantrieb sein, weil man sonst schnell an Motivation verliert. Das Vergnügen am Gestalten und die Freude an der Musik sollte im Vordergrund stehen.

Der Vorteil: Ein Instrument noch nach dem Schulabschluss zu lernen, obliegt der eigenen Entscheidung: Es gibt keine Eltern oder Lehrer, die einen dazu zwingen und keinen Leistungs- und Erwartungsdruck von außen.

Geduld und Selbstkritik

Geduld

Um den eigenen Ansprüchen als Anfänger zu genügen, sollte man sich Stücke aussuchen, die nicht zu schwer sind und von denen man weiß, dass sie machbar sind. Gerade Erwachsene sind viel zu ambitioniert und reagieren empfindlich auf Frustration.

Wirf deine Hemmungen über Bord und versuche nicht, alles kontrollieren zu wollen. Das vermeintliche Wagnis ist in Wirklichkeit keins. Übertriebene Selbstkritik wird dir schnell den Spaß am Spielen nehmen! Dass die ersten musikalischen Gehversuche nicht sofort wie auf der heimischen Anlage klingen, muss man sich von Anfang an klar machen. Nimm dir Zeit und sei nachsichtig mit dir selbst. Eine neue Herausforderung bedeutet Anstrengung, ist aber auch aufregend.

„Wer im Alter aktiv musiziert, kann nur profitieren: Eine erhöhte Lebensqualität, soziale Kontakte, persönliche Herausforderungen, Sinnerfahrung und Hilfe zur Lebensbewältigung beschreiben die Kernpunkte, die dadurch eine Aufwertung erfahren“, so der Bayerische Musikrat während einer Arbeitstagung zum Thema „Musik kennt keine (Alters-)Grenzen“.

Auch wenn man schon gewisse Hörvorstellungen entwickelt hat, lernen Menschen bis ins hohe Alter auf dynamische Weise. Üben hält geistig jung, das belegt die Hirnforschung. Während des aktiven Musizierens werden motorische, akustische und Gedächtnisleistungen gefordert. Verschiedene Hirnareale werden beansprucht. Weitere erfreuliche Auswirkungen: Klavier oder ein anderes Instrument zu lernen, bietet seelischen Ausgleich, steigert die Lebensqualität und dient der Selbstverwirklichung. Musik löst Emotionen aus und hat deswegen eine starken Einfluss auf uns. Musik aktiv zu gestalten, treibt die Motivation sich zu verbessern weiter voran.

Außerdem schult Musik machen das Konzentrations- und Reaktionsvermögen und steigert die Kreativität. Bei anderen Freizeitaktivitäten wie Karten spielen und Kreuzworträtsel lösen greift das Gehirn auf bereits automatisierte Strukturen und vorhandene Nervenverbindungen zurück. Es entwickeln sich keine neuen Prozesse.

Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel

Neuropsychologen der Universität Zürich haben versucht, das Gehirn alter Menschen in Schwung zu halten, indem sie unter anderem 70-Jährigen das Klavierspielen beibrachten. Die Forscher stellten bereits nach einer Woche Üben Veränderungen im Gehirn fest. Der Verstand älterer Menschen reagiert damit genauso wie bei Jüngeren.

Üben ist wie Wandern: Der Weg bzw. der Lernprozess ist das Spannende an der Sache. Dadurch wird das Erlebte erst wertvoll. Mit dem Erlernen von Pop-Nummern, klassischen oder jazzigen Liedern füttern wir unser Gehirn mit neuen, unbekannten Informationen. Am besten ist es, wenn man sich auf ein paar Stücke konzentriert und lernt, diese gut zu spielen.

Üben ist das Zauberwort – egal, ob jung oder alt. Und erste, kleine Etappensiege werden sich sicher schnell einstellen.

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