Wie übe ich richtig mit meinem Instrument? – Tipps und Tricks

08.10.2015 11:30 von Mira

Oft wird das Üben zu einer Art Wettbewerb und man erzählt Geschichten von großen Musikern, die wahnsinnig viele Stunden am Tag geübt haben. Lass dich aber davon nicht verunsichern. Man muss sich selbst erst einmal klar machen, wie viel Zeit man pro Tag realistisch zum Üben gebrauchen kann und dann versuchen diese so produktiv es geht zu nutzen.

Wie lange sollte ich am Stück üben?

Man weiß, dass sich unser Gehirn nur etwa 20-30 Minuten wirklich konzentrieren kann. Danach sollte man eine Pause machen. Um eine halbe Stunde optimal aufzuteilen, könnte man als Faustformel immer 25 Minuten üben und danach 5 Minuten Pause machen.

Wichtig für die Pausen ist frische Luft und Stille, weil das Gehirn das gelernte erst noch verarbeiten muss. Also nach dem Üben nicht gleich wieder das Radio einschalten. Aber auch wenn du weniger Zeit hast, macht das nichts, solange du konzentriert bist, denn grundsätzlich ist regelmäßiges, konzentriertes Üben wertvoller als sich einmal die Woche für 3 Stunden an das Klavier zu setzen.

 

Guter Schlaf – Essenziell um Gelerntes nicht zu vergessen

Studien haben gezeigt,  dass erst der Schlaf entscheidet, ob sich das Gelernte wirklich im Gedächtnis festsetzt oder nicht. Besonders wichtig um theoretische Sachen zu lernen (Musiktheorie, Akkordfolgen) sind dabei die Tiefschlafphasen, die wir während den ersten paar Stunden unseres Schlafes besonders häufig haben.

Anders ist es aber bei Handlungsabläufen, die wir einstudieren (Bsp. Fingerübungen, Stücke allgemein). Hier sind vor allem die Schlafphasen wichtig in denen wir träumen (REM-Schlaf für Rapid Eye Movement). Diese Schlafphase tritt häufiger in den frühen Morgenstunden auf als Abends direkt nach dem Einschlafen.

 

Regelmäßiges Üben als Gewohnheit in den Tagesablauf einbauen

Neben den ganzen Dingen, die einem während dem Alltag im Kopf rumschwirren ist es vielleicht schwer sich aufzuraffen und sich an das Klavier zu setzen. Und wie soll man sich auch konzentrieren, wenn man gerade erst von der Arbeit oder von der Schule gekommen ist?

Du kennst selbst deinen Tagesablauf am besten. Vielleich kannst du eine Lücke finden, die jeden Tag frei ist. So kannst du regelmäßig üben und das Klavier spielen vielleicht eher als Auszeit sehen und nicht als „anstrengendes Üben“. Oder du versucht vor der Übezeit bewusst ein bisschen zu entspannen, damit du nicht beim Üben die ganze Zeit an andere Sachen denkst, zum Beispiel indem du davor einen Mittagsschlaf machst. Dabei solltest du beachten, dass der Mittagsschlaf nicht länger als eine halbe Stunde dauert sonst fällt man in den Tiefschlaf und ist nach dem Aufwachen nicht wieder fit genug.

Am Anfang fordert das alles natürlich Disziplin, aber nach einiger Zeit wird die Übezeit zur Gewohnheit und kommt dir gar nicht mehr anstrengend oder lang vor. Wie viel Zeit das beansprucht kann man allerdings pauschal nicht sagen, da das je nach Prozess zwischen 18 und 254 Tage dauern kann.




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